Hückeswagen: "Kriminell" gutes Konzert

Hückeswagen : "Kriminell" gutes Konzert

Unter dem viel versprechenden Titel "Crime Time & more" stand das Konzert der Schützenkapelle Wipperfeld am Samstag. In einem gut gefüllten Forum präsentierten sich die Musiker wieder einmal sehr spielfreudig.

Unter dem viel versprechenden Titel "Crime Time & more" stand das Konzert der Schützenkapelle Wipperfeld am Samstag. In einem gut gefüllten Forum präsentierten sich die Musiker wieder einmal sehr spielfreudig.

Wer am Samstagabend im Forum saß, erlebte ein Konzert der Extraklasse, das mitunter bei den Zuhörern für eine Gänsehaut sorgte: Die Schützenkapelle Wipperfeld unter der Leitung ihres Hückeswagener Dirigenten Gerald Wasserfuhr erfreute ihr Publikum in einem fast ausverkauften Saal mit einer großen Vielfalt und musikalischen Spielfreude.

Die etwa 40 vorwiegend jungen Musiker spielten Stücke, die man bei einer traditionellen Schützenkapelle vielleicht nicht direkt erwarten würde. Walzer, Jazz, Oper und Titelmelodien bekannter Krimiserien, wie "Tatort" oder "Derrick", standen auf dem abwechslungsreichen Programm. Die traditionelle Marschmusik blieb allerdings nicht außen vor, was vor allem deren Liebhaber zu schätzen wussten. So meinte Wasserfuhr zwischen den für die Musiker mitunter Schweiß treibenden Stücken: "Marschmusik ist für uns natürlich wichtig." Seine Erklärungen nutzten die Musiker für eine kurze Verschnaufpause. "Heute wollen wir Ihnen aber alle Facetten der Blasmusik vorstellen, die wir beherrschen", sagte der Dirigent in Richtung Publikum.

Großes Klangerlebnis

Mit dem ersten rockigen Stück präsentierte die Schützenkapelle bereits ihre große Bandbreite. Pompös und mächtig kam der Klang herüber. Es war ein Genuss, zuzuhören, wie melodisch und wohlklingend alle Instrumente miteinander zu einem großen Klangerlebnis verschmolzen. Nach dem zweiten Stück, dem "Graf-Zeppelin-Marsch", mussten mögliche Skeptiker neidlos zuzugeben, dass in diesem Orchester ein riesiges Potenzial steckt.

Die überwiegend älteren Zuschauer genossen Stücke wie "An der schönen blauen Donau" oder die großartige Komposition "Music" von John Miles. Nach jedem Stück gab es begeisterten Beifall und entzückte Ausrufe. Mit einem Satz der "Jazz Suite" von Dimitri Schostakowitsch trieb Dirigent Wasserfuhr seine Klarinettisten und Flötisten nicht nur mit einem Höllentempo zu Höchstleistungen an. Mit einer großartigen Präzision und Fingerfertigkeit ging es auch mehrere Minuten lang die Tonleiter hoch und runter.

Anerkennender Applaus

Und wem das noch nicht ausreichte, bekam im nächsten spritzigen Stück "Running on Wood" einen wahren Lauf auf dem Xylophon präsentiert, den Roman Wasserfuhr scheinbar problemlos absolvierte. Dafür gab es einen tosenden und anerkennenden Applaus – wie am Ende des Konzerts auch für alle Musiker und den Dirigenten.

(sebu)
Mehr von RP ONLINE