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Kreisverinärsamt Oberberg warnt vor illegalem Welpenhandel

Warnung des Kreisveterinärsamt Oberberg : Vorsicht vor illegalem Welpenhandel

Nachfrage nach Hundewelpen ist seit Beginn der Corona-Krise deutlich gestiegen. Das Kreisveterinärsamt befürchtet, dass das den dubiosen Züchtern, vor allem denen aus Osteuropa, Vorschub leistet.

Bei Langeweile kann ein tierischer Freund schonmal helfen. Und wer kann dem süßen Anblick von Tierbabys schon widerstehen? Gerade in der Corona-Krise hat das Veterinäramt des Oberbergischen Kreises eine hohe Nachfrage nach Hundewelpen festgestellt, teilt Kreis-Sprecher Philipp Ising mit. Doch damit könnte der illegale Welpenhandel gefördert werden.

„Tierschutzvereine und Hundezüchter können sich derzeit vor Anfragen kaum retten“, berichtet er. Zudem mehren sich auf Anzeigenportalen die Gesuche nach jungen Hunden. Die Ordnungsdezernentin des Oberbergischen Kreises, Birgit Hähn, appelliert an alle, die sich einen Hund anschaffen möchten: „Bitte schauen Sie ganz genau hin. Wenden Sie sich unbedingt an einen seriösen Züchter – auch wenn es auf diese Weise vielleicht länger dauert, bis Sie einen Hund bekommen.“ Auch Tierheime gäben zeitweise Rassehundewelpen ab, sogar mit Chip und Papieren.

Dr. Stefan Kohler, Leiter des Kreisveterinäramts, berichtet: „Uns erreichen immer wieder Beschwerden über einen möglicherweise illegalen Hundehandel.“ Sie würden über Welpen aus Internetverkäufen informiert, die schon krank übernommen wurden oder nach kurzer Zeit schwer erkrankten. Denn viele der als „Schnäppchen“ erworbenen Hunde sind so krank, dass der Tierarzt helfen muss. Dabei entstehen teils hohe Kosten. Kohler warnt etwa vor Händlern, die sich als Hobbyzüchter ausgeben und mehrere Rassen im Angebot haben. Vorsicht sei ebenfalls geboten, wenn den Käufern das Muttertier nicht gezeigt wird, auffallend junge Welpen angeboten, Hunde an der Straße aus dem Kofferraum oder auf Märkten verkauft werden.

Die betroffenen Hunde stammen dabei oft aus Hunde-Vermehrungen in Osteuropa. „Wie die Zuchttiere dort gehalten werden, entzieht sich unserer Überprüfung“, sagt Kohler. Die Jungtiere, die für den Verkauf in Deutschland bestimmt sind, würden jedoch viel zu früh von ihren Müttern getrennt, seien oft kränklich und schwach und würden über lange Strecken unter teilweise erschreckenden Bedingungen transportiert.

Auch wenn eine Impfung im Impfpass oder Heimtierausweis dokumentiert sei, bedeute das nicht, dass der Hund wirklich wirksam geimpft wurde. „Die Tollwutimpfung etwa wirkt nur, wenn die Welpen nach der zwölften Lebenswoche geimpft werden“, erläutert Kohler. Da die Impfung aber für den Transport nach Deutschland Voraussetzung ist, würden viele Welpen zu früh geimpft und auf dem Papier älter gemacht.

Kohler weiter: „Keinesfalls sollte ein Welpe aus Mitleid gekauft werden, da der illegale Welpenhandel auf diese Weise unterstützt wird.“ Vielmehr sollte bei Verdacht auf entsprechende Verstöße gegen das Tierschutz- und das Tiergesundheitsgesetz umgehend das Veterinäramt informiert werden.

(büba)