Hückeswagen: Kreisel für Kobeshofen

Hückeswagen : Kreisel für Kobeshofen

Viel Neues war das nicht

Wenn die Ortsumgehung auf der Trasse der K 5 gebaut wird, wird sie bei Westenbrücke unterhalb von Kobeshofen wieder in die B 237 einmünden. In diesem Kreuzungsbereich soll dann nach Vorstellungen aus dem Rathaus ein Kreisverkehr gebaut werden. Da er Bestandteil der Ortsumgehung ist, müssten die Finanzmittel dafür vom Bund kommen. Landesminister Oliver Wittke überzeugte sich gestern bei seinem Besuch in Hückeswagen vor Ort davon, dass ein Kreisverkehr an dieser Stelle sinnvoll ist – und es eigentlich schon jetzt, auch ohne Ortsumgehung, wäre. Vor allem Linksabbieger haben es schwer, an der viel befahrenen Kreuzung von der K 5 auf die Bundesstraße zu kommen. Die Situation ist ähnlich, wie sie es vor Bau des Kreisels im Einmündungsbereich Montanus-/Peterstraße war. Zahlreiche Unfälle, bedingt durch Fehler beim Abbiegen, hat es bei Westenbrücke schon gegeben.

Nett, dass der durchaus sympathische Minister mal wieder in Hückeswagen vorbei schaute. Gut auch, was er zu berichten hatte: Der Bau der Ortsumgehung rückt näher. Schade nur: Wirklich Neues sagte der Minister gestern zum Sachstand nicht. Konnte er auch nicht – weil es nichts Neues gibt. Schon bei seinem Besuch im April 2006 hatte Oliver Wittke angekündigt, dass mit dem Planfeststellungsverfahren 2007 begonnen werden könne und ein Baubeginn 2009 denkbar sei – sofern denn der Bund die Mittel bereitstelle. Das war exakt das, was Wittke auch gestern an Fakten mitteilte. Und wenn Bürgermeister Uwe Ufer unterstreicht, „dass wir noch nie so nah dran waren wie heute“, ist auch das nur eine Wiederholung dessen, was er schon vor über einem Jahr sagte. Ein Grund zur Resignation? Nicht unbedingt. Mit dem Minister, dem Landtagsabgeordneten Biesenbach und dem Bundestagsabgeordneten Flosbach hat Hückeswagen inzwischen eine ordentlich besetzte Lobby pro Ortsumgehung. Die Frage wird sein, ob sie stark genug ist, in Berlin so viel Druck zu erzeugen, dass die Mittel für den Straßenbau in die Stadt fließen. Bis dahin müssen die Stadt und alle beteiligten Behörden zusehen, dass bis 2009 wirklich Baurecht geschaffen wird. Zumindest in diesem grundlegenden Punkt scheint es voran zu gehen. Und der Rest ist – wie schon so oft im Zusammenhang mit der Ortsumgehung – Hoffnung. Aber die stirbt ja bekanntlich zuletzt.

(RP)
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