Kultur-Haus Zach : „Peter und der Wolfram“ sind musikalische Multitasker

Wolfram Cramer von Clausbruch und Peter Funda waren gut aufgelegt und präsentierten ein beeindruckendes Programm aus bekannten Melodien.

Die Hückeswagen-Wuppertaler Multitasking- und Timing-Genies „Peter & der Wolfram“ waren am Samstagabend beim quasi-Heimspiel im Kultur-Haus Zach zu Gast und knapp 40 Besucher wollten sich diese Lehrstunde in musikalischer Perfektion nicht entgehen lassen.

Das Duo – Wolfram Cramer von Clausbruch an Gitarre, Bass, Kazzoo, Harfe, RAV-Trommel und am Gesang und Peter Funda an der Percussions-Station, der Ukulele und vielen anderen Instrumenten – war bestens aufgelegt und präsentierte in knapp zwei Stunden ihr eindrucksvolles Programm aus bekannten Melodien. Die wurden zu zweit dargeboten, wobei das Duo jedoch den Sound einer ganzen Band zum Leben erweckte.

Entsprechend vollgestellt war die Bühne, so dass es weder für die beiden Musikern noch das Publikum einfach war, den Überblick zu bewahren.Wobei es dem Duo offensichtlich viel leichter fiel. Die beiden hatten dazu nämlich noch jede Menge Humor im Gepäck, wenn etwa der Wolfram den Mungo-Jerry-Hit „In The Summertime“ mit den Worten ankündigte: „Wir haben in der 1970er Jahren mal ein Lied geschrieben und verkauft. Damit haben wir uns zwei goldene Nasen verdient.“

Dass jenes dann in der eingedeutschten Version dargeboten wurde, war dann natürlich nur folgerichtig. Und weil der Peter sich scheinbar gar nicht entscheiden konnte, welche Instrumente er nun zuerst bedienen wollte und entsprechend schnell zwischen ihnen hin- und herwechselte, sich hier etwas unter den Arm klemmte, da etwas zur Seite legte oder wieder herholte, war das Ganze auch nicht nur köstlicher Ohrenzucker, sondern durchaus auch was fürs Auge.

Eins war sofort klar: Diese zwei Künstler waren echte Vollblutmusiker. Wenn sie etwa Frank Sinatras grandiose Oberschnulze „Strangers In The Night“ in einer herrlich abgedrehten Funk-Version mit ausgiebigem Schlagzeugsolo präsentierten, konnte man nur ehrfürchtig den Hut lüften, vor soviel musikalischer Chuzpe. Und weil dieses zweiköpfige Orchester technisch so derart versiert und virtuos zu Werke ging, verzieh man ihm auch Albernheiten wie diese: John Miles‘ Rock-Oper „Music“ wurde nämlich kurzerhand in einen Erlebnisaufsatz rund um das Rasenmäher-Schaf „Lilly“ umgetextet. Das hatte in seiner Absurdität indes schon fast was vom Großmeister der surrealen U-Musik: Helge Schneider.

Und auch neben der Musik war das Duo vielseitig aufgestellt, etwa wenn der Wolfram sich als Zauberer betätigte und aus einer leeren Papiertüte, in die er ein rotes und ein blaues Tuch steckte, plötzlich vier Tücher wieder herausholte - und eine Banane. Das, oder auch die eine oder andere akrobatische Einlage oder Jonglage von dem Peter, waren allerdings nur die Zuckerl auf dieser musikalischen Sahnetorte, die etwa in einer tollen Improvisation auf einer russischen RAV-Trommel oder einer großartigen Version von „Abracadabra“ von der Steve Miller Band eindrucksvolle Höhepunkte am laufenden Band bereithielt. Das Publikum war auf jeden Fall begeistert und spendete entsprechend kräftigen Applaus, der am Ende mit zunächst einer Zugabe in Form von Daliah Lavis Evergreen „Lieben Sie Partys?“, mit Gitarre und Ukulele und gänzlich unverstärkt dargeboten, belohnt wurde. Als Rausschmeißer gab es dann noch die Ode an das „allerletzte Konzert“ – was indes hoffentlich nicht für die Schloss-Stadt galt.