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Kommunalwahl Hückeswagen 2020: Dietmar Persian bleibt Bürgermeister

Kommunalwahl 2020 in Hückeswagen : Dietmar Persian bleibt Bürgermeister

Der parteilose Amtsinhaber holte knapp 69 Prozent, Herausforderer Frank Mombauer (FaB) erzielte einen Achtungserfolg. Große Gewinner der Stadtratswahl sind die Grünen und die FaB; AfD und Die Partei sind drin. CDU und SPD verlieren teils deutlich.

Eine Chance hatte Frank Mombauer nicht wirklich: Schon nachdem die ersten Ergebnisse aus den Wahllokalen feststanden, zeichnete sich der deutliche Sieg von Dietmar Persian ab. Als schließlich das Endergebnis bekanntgegeben wurde, nahm der Amtsinhaber als Erstes seine Frau Elvira Persian in den Arm und drückte ihr einen Blumenstrauß in die Hand. Aber auch für Siwen Gao, die Ehefrau seines Konkurrenten, hatte Persian einen Blumengruß. Dann schüttelten sich die beiden Bewerber um das Bürgermeisteramt auf dem Bahnhofsplatz vor dem Bürgerbüro die Hand.

Der wiedergewählte Bürgermeister dankte Mombauer für einen „fairen Wahlkampf“. Das sei ein gutes Zeichen für Hückeswagen und das gute Miteinander in der Politik. „Und das soll auch so bleiben“, sagte Persian. Beide Kandidaten hätten immer miteinander reden können. Und auch „wenn Welten zwischen uns liegen“, sei es nie persönlich zwischen ihnen beiden geworden. „Wir sind sachlich miteinander umgegangen.“

 Mombauer bestätigte ebenfalls: „In der Summe war das ein fairer Wahlkampf.“ Wie Persian äußerte auch er Kritik an den teils „unschönen Auseinandersetzungen in den sozialen Medien. Das sollten wir unbedingt einmal angehen“, forderte er. Der Amtsinhaber hatte die Diskussionen in den sozialen Medien der vergangenen Tage und Wochen ebenfalls beobachtet und kam zum Schluss: „Da wurde es schnell persönlich und ging es hin bis zu persönlichen Angriffen.“ Zum Glück sei das in der Hückeswagener Politik nicht so, „und das zeichnet uns seit vielen Jahren aus“.

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Als Beispiel nannte er die FaB, die mit Frank Mombauer erstmals einen eigenen Kandidaten ins Rennen geschickt hatte und offenbar nicht zuletzt deshalb ihr Ergebnis von 2014 mit nun 10,7 Prozent mehr als verdoppeln konnte. „Die FaB ist in vielen Themen nicht einer Meinung mit der Verwaltung und dem Bürgermeister“, betonte Persian. Doch persönlich sei es in der Vergangenheit nie geworden.

Trotz seiner Niederlage zeigte sich Mombauer „überhaupt nicht enttäuscht“. Mehr als 30 Prozent seien als Achtungserfolg super-gut. Und sie seien Ansporn, bei der nächsten Kommunalwahl in fünf Jahren erneut als Bürgermeisterkandidat anzutreten. Nicht zuletzt das gute Abschneiden der FaB, deren Mitglied Mombauer erst seit Februar ist, machte ihm an diesem Abend gute Laune: Das ist ein Super-Wert.“ Erstmals wird die Wählergemeinschaft mit fünf Sitzen im künftigen Stadtrat vertreten sein – und der 53-Jährige wird einer dieses Quintetts sein.

Dass das erstmalige Nichtantreten der UWG mit ein Grund für das gute Abschneiden der FaB gewesen sein könnte, ist für Mombauer keine Option. Er glaubt eher daran, dass so manche Wähler von der CDU und der FDP zu den Freien aktiven Wählern herübergewechselt sind. „Zudem haben wir viele Themen angesprochen, die die Wähler interessiert haben“, ist er sich sicher. Auch hätte die FaB bei den jungen Wählern gepunktet, die sich in Hückeswagen nicht abgeholt fühlten.

Immer noch stärkste Fraktion und 14 der 15 Wahlbezirke direkt gewonnen – dennoch kam bei der CDU nicht wirklich Freude auf. Denn mit 33,6 Prozent der Stimmen fuhr sie ihr bislang schlechtestes Wahlergebnis auf kommunaler Ebene ein. „Damit habe ich nicht gerechnet“, versicherte Bürgermeister Dietmar Persian, der von der CDU – wie auch von SPD, Grünen und FDP – unterstützt worden war. Dass hingegen die Grünen erstarken würden, sei für ihn klar gewesen: „Sie haben sich sehr eingesetzt und einen lebendigen Wahlkampf geführt“, betonte er.

Erstmals sind die Grünen zweitstärkste Kraft in Hückeswagen: Mit 20 Prozent hatten sie ihr Ergebnis von 2014 (10,7 Prozent) nicht nur fast verdoppelt, sie überflügelten auch die SPD, die auf 19,8 Prozent absackte (minus 7,8 Prozent). Die FDP kam auf 7,6 Prozent und verlor damit leicht (0,7 Prozentpunkt). Für die AfD stimmten 5,2 Prozent. Und die Satierepartei Die Partei, die nur in elf der 15 Wahlbezirken angetreten war, holte immerhin noch 3,1 Prozent der Stimmen. Beide Parteien sind künftig erstmalig im Stadtrat vertreten.

Die Wahlbeteiligung lag bei 56,6 Prozent. FDP-Orts- und Fraktionschef Jörg von Polheim merkte kritisch an: „Das ist zwar etwas mehr als vor sechs Jahren, aber immer noch viel zu wenig.“ 2014 waren lediglich 46 Prozent der Hückeswagener Wahlberechtigten zur Wahlurne gegangen, bei der Bürgermeisterwahl kurz zuvor waren es auch nur 48 Prozent gewesen.