Hückeswagen: Kommentar: Vor Gericht: Die Zukunft der Stadt

Hückeswagen : Kommentar: Vor Gericht: Die Zukunft der Stadt

Seit Uwe Ufer Bürgermeister in Hückeswagen ist, hat die Stadt häufig eine Vorreiter-Rolle im Land gespielt. Allerdings waren die damit verbundenen Schlagzeilen bisher durch die Bank positiv. Ob als erste zertifiziert mittelstandsfreundliche Kommune oder im Modellprojekt zur interkommunalen Zusammenarbeit (um nur zwei Dinge zu nennen): Ufer sammelte Punkte als Verwaltungschef mit Manager-Qualitäten.

Das Fiasko mit den Swap-Geschäften sorgt für tiefe Kratzer in diesem hart erarbeiteten Image des Verwaltungs-Wunderknaben. Wenn das kleine Hückeswagen jetzt mit der Klage gegen die WestLB erneut eine Vorreiterrolle übernimmt, dann spielt die öffentliche Begleitmusik in Moll-Tönen. Sehr viele Städte und Gemeinden haben Zinswetten abgeschlossen. Aber in kaum einer anderen ist der drohende Verlust, umgerechnet auf die Zahl der Einwohner, so hoch wie in Hückeswagen. Die Richter haben nun zu entscheiden, ob die Schuld für das Debakel bei der WestLB liegt. Mittelbar richten sie damit auch über das Handeln der Verwaltungsspitze im Schloss. Und das wird sehr viel folgenschwerer, weil objektiver sein, als es parteipolitische Schuldzuweisungen – oder auch Rückendeckungen – sein können. Der Prozess gegen die WestLB ist aber letztlich nicht deshalb der wichtigste, den die Stadt jemals geführt hat. Die Richter urteilen über nicht weniger als über die Zukunft von Hückeswagen.

(RP)
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