Hückeswagen: Kolping macht zum 50. Mal Rä-Te-Ma-Teng

Hückeswagen : Kolping macht zum 50. Mal Rä-Te-Ma-Teng

Ein Jubiläum, wenn auch kein närrisches, feiert die Kolpingsfamilie am 16. Februar. Denn dann zieht der Kinderrosen-montagszug Rä-Te-Ma-Teng zum 50. Mal durch die Stadt. Dafür suchen die Veranstalter jetzt noch jecke Mitstreiter.

Auf einmal war die Idee geboren. Spontan hatten die Kolpingbrüder bei der Kindersitzung im Saal des Kolpinghauses an Weiberfastnacht 1966 Quetschkommode, Trompete und "dicke Trumm" gepackt und waren mit den kleinen Narren einmal um den Wilhelmplatz und durch die angrenzenden Straßen gezogen: Der Hückeswagener Rosenmontagszug war geboren. Mit dabei waren der damalige Sitzungspräsident Herbert Dornseifer, "Stadtbüttel" Franz Mostert und der Leiter des Kinderchors "Schloss-Spatzen" Hermann-Josef Hacke, der 2000 starb.

Seinen Namen erhielt der Hückeswagener Rosenmontagszug dann ein Jahr später, berichtet Heinz Pohl, bei der Kolpingsfamilie für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. "Rä-Te-Ma-Teng heißt nichts anderes als Krach oder Radau, und den sollten die Kinder mit Instrumenten und ihren ,Schießeisen' veranstalten."

In den Jahren nach der improvisierten Premiere wuchs der Zug immer weiter. 1968 gab es dann erstmalig ein Hückeswagener Kinder-Prinzenpaar, das von Beate Goller und Norbert Potschka gestellt wurde. "Der Tradition, das in Hückeswagen die Kinder an Karneval das Sagen haben, ist die Kolpingsfamilie als Ausrichter bis heute treu geblieben", betont Pohl.

Den Erwachsenen waren im Rä-Te-Ma-Teng andere Rollen zugewiesen; zum Beispiel die des Zugführers. Der erste seiner Zunft war "Jupp" Fleck, danach folgte der legendäre, 2005 verstorbene Achim Mettler, der jahrzehntelang, bis ins hohe Alter, den Rä-Te-Ma-Teng mit großem Spaß anführte. Aus dieser Zeit stammt auch der Spruch: "Dä Achim vüürn, dä Prinz am Eng - Rosenmondach kütt dä Rä-Te-Ma-Teng". Danach führte Egon Kusche den Zug über viele Jahre an, bis er im vorigen Jahr den Stab an Holger Schmidt weitergab, der inzwischen für die gesamte Organisation des Rosenmontagszugs zuständig ist.

Seit 1966 hat sich diese deutlich verändert. Während die Kolping-Jecken damals einfach mit dem Akkordeon losgezogen waren, müssen heutzutage im Vorfeld Genehmigungen eingeholt, Versicherungen abgeschlossen, Anträge abgeschickt und die Zugwagen vom TÜV begutachtet werden. All das wird organisiert von Zugleiter Holger Schmidt, Kolping-Sitzungspräsident Tobias Bosbach und einigen Freiwilligen aus dem so genannten Karnevalsgremium der Kolpingsfamilie, das seit November wöchentlich tagt.

Für den 50. Rä-Te-Ma-Teng erhoffen sich die Veranstalter nun einen deutlich größeren Rosenmontagszug, als in den vorigen Jahren. Die Kolpingsfamilie wünscht daher, dass möglichst viele Hückeswagener Jecken am 16. Februar mit dabei sind - als Fußgruppen, Wagenbauer oder auch als "Einzelkämpfer".

Eine besondere Einladung haben vor Weihnachten alle Hückeswagener Vereine von der Kolpingsfamilie erhalten, doch die Resonanz ist bislang nicht so stark, wie erhofft. Zugleiter Holger Schmidt appelliert daher erneut an die Vereine, sich am Jubiläumszug zu beteiligen. "Wir machen das ja nicht für uns, sondern für die Kinder", stellt er klar.

Zum 50. Rä-Te-Ma-Teng wird es zudem eine kleine Ausstellung in der Sparkassen-Filiale an der Peterstraße geben, die voraussichtlich ab kommenden Dienstag, 20. Februar, zu sehen sein wird. Ausgestellt werden dort dann beispielsweise die ersten Prinzengewänder, eine Kollektion der Sitzungs- und Zugorden seit 1966 und Achim Mettlers Zugführer-Mütze. Eine kleine Multimediapräsentation zeigt zudem die Züge der ersten Jahre, die damals auf Super 8 gedreht wurden.

(RP)
Mehr von RP ONLINE