Hückeswagen: Knochenjob für Winterdienst

Hückeswagen : Knochenjob für Winterdienst

Vom Winter ist zwar weit und breit keine Spur. Aufgrund der Erfahrungen der schneereichen Winter der vorigen Jahre ist die Stadt aber auf alles vorbereitet. Die Gebühren für den Winterdienst steigen 2012.

Im Winter wird Thomas Schneppel zum notorischen Frühaufsteher. Sein Wecker klingelt um 3 Uhr. Dann macht er sich auf eine Kontrollfahrt über Hückeswagens Straßen. Sollten Schnee, Eis und Glätte die Stadt im Griff haben, informiert Schneppel gegen 3.15 Uhr die Kollegen vom Bereitschaftsdienst. Um 3.30 Uhr startet dann der Winterdienst — und endet mitunter nicht vor 22 Uhr.

Für die Mitarbeiter des Bauhofs ist die Arbeit im Winter "ein Knochenjob", sagt Bürgermeister Uwe Ufer. Das zu reinigende und zu räumende Straßennetz ist 98 Kilometer lang, wovon der Bauhof 54 Kilometer übernimmt. Für den Rest (Bundes- und Landstraßen) ist der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig. Zusätzlich befreit der Bauhof die innerstädtischen Parkflächen vom Schnee und seit vorigem Jahr auch die 4,5 Kilometer Radweg bis zur Stadtgrenze.

Die Arbeit hat ihren Preis

Das alles gibt's nicht zum Nulltarif. Im Rathaus werden die Kosten ermittelt und auf die Frontmeter umgelegt. Ausgenommen sind die Bewohner in den Außenbereichen, in denen die Stadt nicht räumt. "Einige Leute glauben immer noch, dass sie ihre Gebühren nur für die Räumung des Gehwegs und der Straße vor ihrem Haus zahlen", sagt Ufer. Doch dem sei nicht so. Vielmehr werden alle Hausbesitzer, deren Grundstück an einer Straße liegt und die nicht im Außenbereich wohnen, veranlagt. "Gerecht", weiß Ufer, "ist das Verfahren nicht. Aber was sollen wir machen?" Der Vorstoß der Verwaltung im vorigen Jahr, die Gebühren über die Grundsteuer abzurechnen, fiel im Stadtrat mit Pauken und Trompeten durch. Anwohner der Außenbereiche hatten sich vehement dagegen gewehrt: Sie hätten bei dieser Regelung für etwas zu zahlen gehabt, wofür sie keine Leistung erhalten.

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Wenn Hückeswagen im Schnee versinkt, sorgt ein großer Fuhrpark dafür, dass Straßen, Gehwege und Parkplätze wieder frei werden: Zwei große und vier kleine Schlepper sowie drei Großfahrzeuge sind dann im Einsatz. Zudem sind Mitarbeiter unterwegs, die Fußgängerüberwege, Verkehrsinseln sowie Treppen und Wartehäuschen räumen. Im Außenbereich sind zwei Fremdunternehmer im Einsatz.

Höchste Konzentration ist bei den Fahrern der Räumfahrzeuge gefragt. Vor allem auf engen und abschüssigen Straßen. "Wenn die den Schnee räumen, wirken einige Tonnen auf das Räumschild", erläutert Bauamtsleiter Andreas Schröder. Da bleibt es nicht aus, dass mitunter am Fahrbahnrand abgestellte Autos beschädigt werden. Auch diese Kosten — konkret die für die Versicherung — zahlt letztlich der Gebührenzahler.

(RP)
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