Kandidaten-Porträt Ulrich Kowalewski: Kindheitstraum ist schon wahr geworden

Kandidaten-Porträt Ulrich Kowalewski : Kindheitstraum ist schon wahr geworden

Ulrich Kowalewski ist in Dabringhausen aufgewachsen und lebt auch dort. Nun will der Erste Beigeordnete der Stadt Rösrath Bürgermeister von Hückeswagen werden. Die BM besuchte ihn zu Hause.

HÜCKESWAGEN/DABRINGHAUSEN Im Garten am Zweifamilienhaus steht der grüne Kindheitstraum von Ulrich Kowalewski: ein Deutz, Jahrgang 1959. Kowalewski, der am Rosenmontag 49 Jahre alt geworden ist, strahlt, als er ihn Besuchern präsentiert und winkt gleichzeitig ab: "Nein, ein Schrauber bin ich nicht. Dieser alte Trecker ist einfach ein Jungentraum, den ich mir irgendwann erfüllt habe." Manchmal, wenn er Zeit hat, macht er damit Ausfahrten durchs Bergische: "Unterwegs komme ich runter vom Alltag und dem damit verbundenen hohen Tempo. Da atme ich durch."

Direkt vorm Haus steht noch ein Fahrzeug, ein Kleinwagen mit dem Konterfei des Kandidaten und seinem Namenszug auf den Seitentüren. Das ist kein Kindheitstraum, nur ein im Wahlkampf praktisches Gefährt, mit dem Kowalewski in diesen Wochen ständig unterwegs ist. Gerade mal 15 Minuten braucht er damit, um von seinem Wohnhaus am Dorfpark über die L 101 bis nach Hückeswagen und zum Schloss zu kommen. Unterwegs begegnet er sich ab Dreibäumen mehrfach selbst — auf den Plakatständern entlang der Straße. Die sieht er schon gar nicht mehr bewusst. Er hat sich daran gewöhnt, nun auch in Hückeswagen eine Person des öffentlichen Lebens zu sein.

In Rösrath ist er das als im vorigen Herbst vom dortigen Stadtrat einstimmig gewählter Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters schon länger. Die damit auch verbundenen repräsentativen Auftritte stören ihn nicht, er findet den Umgang mit vielen unterschiedlichen Menschen im Gegenteil faszinierend: "Ich kann gut zuhören und tue das gerne. Anders ginge es auch nicht, weil ich die Personalverantwortung in der Verwaltung habe. Da muss man mit Mitarbeitern reden und auf das hören, was sie zu sagen haben, auch im zwischenmenschlichen Bereich", sagt er.

Arbeit nimmt der 49-Jährige auch mit nach Hause, hat sich dafür ein kleines Büro im Erdgeschoss eingerichtet. Der Kalender mit Fotos von alten Traktoren, ein Geschenk von Tochter Karolin, scheint das einzige private Teil in diesem sachlich eingerichteten Raum zu sein. Der ordentlich aufgeräumte Schreibtisch steht vorm Fenster, von dort aus fällt der Blick über Gärten und Nachbarhäuser auf die evangelische Kirche.

Sie ist Ulrich Kowalewski nicht nur räumlich nahe, er ist evangelischer Christ aus Überzeugung. Im Posaunenchor der Gemeinde spielt er aber nicht mehr mit, seit ihm der Beruf zu wenig Zeit lässt für die Proben. Auch in der Freiwilligen Feuerwehr ist er deswegen zwar noch Mitglied, aber nicht mehr aktiv. Ehrenamtlich konzentriert er sich auf die Arbeit im Vorstand der Lebenshilfe Rhein-Wupper und im Förderverein der Heilpädagogischen und integrativen Kindertagesstätte Wellerbusch in Wermelskirchen.

Gleich neben dem Arbeitszimmer liegt das Wohnzimmer der Kowalewskis. Der 49-Jährige zeigt lachend auf die Sitzgruppe mit den schweren Polstermöbeln: "Das ist mein Stück Hückeswagen mitten in Dabringhausen, alles vor Jahren bei Möbel Happel ausgesucht. Da haben schon meine Großeltern und Eltern ihre Einrichtungen gekauft."

Im Dorfkern von Dabringhausen will Kowalewski wohnen bleiben, wenn er Bürgermeister von Hückeswagen werden sollte. Für Ulrich Kowaleski hat das familiäre Gründe: "Meine Frau und ich haben mit meinen Eltern quasi einen Generationenvertrag geschlossen. Wir leben gemeinsam unter einem Dach und helfen uns gegenseitig. Wenn es einmal nötig werden sollte, werden wir die Eltern auch zu Hause pflegen. Ich habe ihnen dieses Versprechen gerne gegeben und fühle mich daran gebunden."

Unabhängig vom Wohnort werden er und seine Frau Katja auch Freizeit in Hückeswagen verbringen, wenn er Rathauschef werden sollte. An den Treffen der Treckerfreunde, bei denen er Mitglied geworden ist, will er teilnehmen. Und am "Hickstump" will er mitsingen, das hat er dem traditionsreichen MGV "Liederkranz" Grünestraße für den Fall seiner Wahl versprochen.

Geübt hat er dafür bereits — im Januar beim Neujahrsempfang der CDU im Kultur-Haus Zach, als der "Liederkranz" ein Ständchen gab und Kowaleski sich spontan beim Bass einreihte. Der Mann, der sonst im Gespräch die ruhigen Töne bevorzugt, schätzt es durchaus, singend auch mal lauter sein zu dürfen.

(RP)
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