Hückeswagen: Kinder sind ihr Leben

Hückeswagen : Kinder sind ihr Leben

Zwei Wochen noch, dann ist für Uschi Neugart nach 34 Jahren als Leiterin des Kindergartens Wiehagen Schluss. Die 58-Jährige geht in Altersteilzeit. Gestern gab’s von „ihren“ Kindern schonmal eine Abschiedsfeier.

Uschi Neugart runzelt die Stirn. Ja, gesteht sie, es werde ihr etwas Wichtiges fehlen, wenn in zwei Wochen der passive Teil ihrer Altersteilzeit beginnt. Denn dann wird es erst einmal ruhig werden in ihrem Alltag, hat es die gebürtige Husumerin doch dann nicht mehr mit einer Horde wuselnder Knirpse zu tun. Wie sie ihre neu gewonnene Freizeit organisieren wird, weiß sie allerdings noch nicht.

In Hückeswagen aufgewachsen, hatte Uschi Neugart als Jugendliche ein Praktikum in einem Wipperfürther Kindergarten absolviert. Da reifte der Entschluss, Erzieherin zu werden. „Ich wollte schon immer gerne mit Kindern arbeiten“, erinnert sie sich. So begann Ursula Neugart, die alle Welt seit jeher Uschi nennt, 1969 an der Fachschule für Sozialpädagogik ihre Ausbildung. „Ich musste nach Düsseldorf, denn damals gab es nur zwei Schulen dieser Art. Die andere war in Wuppertal.“

In einem Kindergarten in Kreuzberg (Wipperfürth) begann im August 1970 für die knapp 21-Jährige die berufliche Laufbahn. Gut vier Jahre blieb sie dort, dann ereilte sie der Ruf des damaligen Pfarrers der katholischen Gemeinde, Burkhard Moos. „Der hat nicht locker gelassen, um mich nach Hückeswagen zu holen“, blickt sie zurück. Uschi Neugart gab dem Drängen nach und übernahm von Margarete Förster die Leitung des Kindergartens auf Wiehagen. Der war in einem Provisorium hinter dem Delta-Markt (heute: Edeka) untergebracht und hatte zu diesem Zeitpunkt nur eine Gruppe.

Schon zu diesem Zeitpunkt war der Kindergarten ökumenisch; er ist damit auch heute noch einzigartig in NRW. „Die Evangelische Kirchengemeinde beteiligt sich an der Unterhaltung und Finanzierung einer Gruppe“, berichtet die Leiterin des Kindergartens, der in mittlerweile zwei Gruppen insgesamt 50 Kinder betreut. Eine Trennung nach Konfessionen gibt es nicht.

1979 erfolgte der Umzug aus dem Provisorium in den neuen Kindergarten, der dem Gemeindezentrum Wiehagen an der Gerhard-Rottlaender-Straße angegliedert ist.

Auf die zurückliegenden 34 Jahre als Leiterin des Kindergartens blickt Ursula Neugart mit Freude zurück: „Ich hatte immer sehr gute Mitarbeiterinnen“, sagt sie. Auch mit den Gemeinden und den Eltern habe es ein sehr gutes Miteinander gegeben. Ihre Nachfolge ist bereits geregelt: Ute Müller aus Burscheid wird die neue Chefin von drei Erzieherinnen und einer Anerkennungspraktikantin, die am Dienstag ihre Prüfung bestanden hat.

„Der Abschied fällt mir sehr schwer“, muss die 58-Jährige eingestehen. Eines aber hat sich Uschi Neugart fest vorgenommen: „Ich habe vor, mich weiter fortzubilden.“ Vor allem will sie sich mit dem Sprachförderprogramm auseinandersetzen. „Damit ich auf dem Laufenden bleibe“, erläutert Uschi Neugart. Sie kann halt nicht ohne.

(RP)
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