Hückeswagen: Kinder erleben Pauluskirche als einen lebendigen Ort

Hückeswagen : Kinder erleben Pauluskirche als einen lebendigen Ort

Den Mittelgang verwandelten die Kinder kurzerhand in eine Festtafel, die Bankreihen in eine Schreibwerkstatt und den hinteren Teil der Pauluskirche in eine Buchdruckerei: Die Kinderaktionstage stellten fast alles auf den Kopf. Drei Tage lange machten sich die Mitarbeiter der Evangelischen Kirchengemeinde mit 20 Kindern zwischen vier und zehn Jahren auf eine besondere Entdeckungsreise.

Diese begann bereits am Freitagnachmittag auf dem Dachboden: Dort fanden die Kinder einen Koffer mit einer alten Bibel. Schon die Vierjährigen lernten schnell: Bei der Übersetzung der alten Schrift hatte einst Martin Luther die Finger im Spiel. Drei Tage lang begleitete die Geschichte des Reformators das Programm für die Mädchen und Jungen in der Pauluskirche. Die Mitarbeiter waren in historische Kostüme geschlüpft, Buchpresse, Federkiele und Prinzessinnenkleider prägten das Bild.

"Wir haben uns gewünscht, dass die Kinder ihre Kirche als einen lebendigen Ort erleben", sagte Pfarrer Martin Haupt-Schott. Und deswegen war "Umbauen" und "Selber gestalten" eindeutig erwünscht. Samstagabend nahmen dann Kinder, Eltern und das Team im Mittelgang der Kirche Platz und ließen sich gebratene Hähnchen, Fleisch, Käse und Brot auf Holzbrettern schmecken - wie zu Luthers Zeiten.

Aber den Mitarbeitern ging es um mehr: "Es wäre schön, wenn die Kinder nach den Aktionstagen das sichere Gefühl mit nach Hause nehmen: Gott ist gnädig, er hat mich lieb, und an ihn kann ich mich wenden", sagte Mitarbeiterin Julia Heidler. Unterm Strich sei genau das die Botschaft der Reformation.

Bevor es am Sonntagmittag nach Hause ging, diskutierten die Kinder über Angst und über die Bibel, sie lernten die Bedeutung der Lutherrose kennen, und die Älteren erforschten sogar griechische Buchstaben. Mit großer Begeisterung fertigten sie dann ein Erinnerungsstück nach dem anderen.

Als besonders beliebt entpuppte sich schließlich die große, schwere Buchpresse: Mit viel schwarzer Farbe färbten die Kinder mit Hilfe von Christel Haupt-Schott die Buchstaben ein, um ihr eigenes kleines Kunstwerk zu drucken. Mit ein bisschen Geschick und Kraft pressten sie dann Druckerplatte und Papier zusammen. Als sich der schwere Holzdeckel hob und das frisch bedruckte Papier zum Vorschein kam, befand Anna zufrieden: "Echt cool."

(resa)
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