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Hückeswagen: Keine Rettung für DLRG in Sicht

Hückeswagen : Keine Rettung für DLRG in Sicht

Die Gespräche mit der Politik laufen weiter. Das finanzielle Problem bleibt.

Es wird viel geredet und diskutiert, passiert ist bislang noch nichts. Die Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) Hückeswagen kämpft weiter um eine Geldspritze. Es sei nicht abzusehen, sagt der Vorstandsvorsitzende Adrian Borner, wie lange der Ortsverein noch finanziell durchhält.

Nach einem ersten Treffen im Dezember, kamen nun erneut die Remscheider Landtagsabgeordnete der Grünen, Jutta Velte, der Präsident des DLRG-Verband Nordrhein, Reiner Wiedenbrück, sowie Adrian Borner und Enno Bohmfalk von der DLRG Hückeswagen zusammen, um das Problem zu diskutieren. Neu in der Gesprächsrunde dabei: Josefine Paul, Landtagsmitglied der Grünen. Die DLRG fordert eine Gesetzesänderung, doch die politischen Mühlen mahlen langsam.

In der Wasserrettung leistet die DLRG wichtige Arbeit. Finanziert wird der Verein aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. In dem Begriff "Verein" liegt auch das grundlegende Problem: Anders als bei der Freiwilligen Feuerwehr, deren Finanzierung zur Pflichtaufgabe der Stadt gehört, ist die DLRG nicht im Landesgesetz für Brandschutz, Hilfeleistung und Katastrophenschutz (BHKG) mit einbegriffen. Deswegen erhält sie von der Stadt "nur" einen freiwilligen Jahreszuschuss von 2500 Euro. Damit sind nicht einmal die Unterhaltskosten der Wachstation gedeckt.

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Mit einer Gesetzesänderung des BHKG könnte die DLRG denselben Status wie andere Hilfsorganisationen erlangen und müsste somit von der Stadt finanziert werden. Ein Ziel, dass Borner unbedingt erreichen will: "Die Zeit rennt uns davon."

Dem Verein fehlt es nicht nur an Geld, sondern auch an Attraktivität für den Nachwuchs. Denn Mitglieder zahlen den Beitrag (derzeit 50 Euro pro Jahr), zusätzlich kommen die Kosten für die Ausbildung und die Ausstattung obendrauf. "Sicherheitsschuhe, T-Shirt, Pullover, Jacke und Hose sind für jeden Einsatz Pflicht", sagt Borner, "Das sind schnell 600 Euro, die man aus eigener Tasche bezahlen muss."

Mit Jutta Velte und Josefine Paul von den Grünen seien schon zwei Politikerinnen auf das Problem aufmerksam geworden. "Sie haben uns zugesichert, dass sie das Problem an Kollegen weitergeben", sagt Borner, "Wir können nur abwarten." Der Plan sei, auch Mitglieder aus anderen Parteien mit ins Boot zu holen, damit das Anliegen schnell im NRW-Ministerium für Inneres lande. Grundsätzlich hielte sich Borner aber mit dem Optimismus zurück. "Ich gehe natürlich davon aus, dass Versprechen eingehalten werden. Aber aufgrund der Landtagswahl glaube ich an keine zeitige Lösung."

(laha)