Hückeswagen: Katholiken stehen in 2009 Veränderungen bevor

Hückeswagen : Katholiken stehen in 2009 Veränderungen bevor

Aus neun mach’ vier: Auf diese einfache Formel lassen sich die organisatorischen Veränderungen innerhalb des Pfarrverbands Radevormwald-Hückeswagen bringen, die voraussichtlich 2009 für die drei katholischen Gemeinden der beiden Städte – St. Mariä Himmelfahrt, St. Josef und St. Marien – anstehen. Statt bislang je drei Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte, die Pfarrverbandskonferenz, den Kirchengemeindeverband und das Pastoralteam sollen zukünftig nur noch vier Gremien tagen: jeweils ein Kirchenvorstand für Hückeswagen und Rade – dort fusionieren die beiden Gemeinden zu einer –, ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat und der Kirchengemeindeverband. Darauf haben sich laut Gemeindereferent Georg Kalkum die hiesigen Gremien geeinigt. Das letzte Wort hat aber der Erzbischof in Köln.

Der hatte die Gemeinden im Erzbistum aufgefordert, sich Gedanken zu machen über eine Fusion mit einer anderen oder die Bildung von Pfarreien-Gemeinschaften. „Denn den Pfarrverbund soll es zukünftig nicht mehr geben“, sagt Kalkum. Die Praxis habe gezeigt, dass er keine sinnvolle Lösung war. „Wir haben zwar Fortschritte in der Kooperation gemacht. Aber letztlich ergab sich daraus mehr Arbeit als weniger.“

Nachdem die beiden Pfarreien in der Nachbarstadt – St. Marien Radevormwald und St. Josef Vogelsmühkle – zu der neuen Großpfarrei St. Marien und Josef fusionieren will, wird mit Hückeswagen eine Pfarreien-Gemeinschaft ins Auge genommen. Der Vorteil der jetzigen Lösung ist laut Gerhard Stets vom St.-Marien-Kirchenvorstand, dass nicht eine Gemeinde die andere schlucken wird und man vielleicht mehr Leute für Aufgaben einer katholischen Kirchengemeinde einbinden kann. „Etwas anderes wäre auch nicht gut für die Stimmung in den Gemeinden gewesen“, meint er. Eine gewisse Unruhe bei älteren Gemeindemitgliedern kann er aber verstehen, weil die sich immer mit ihrer Kirche am Ort identifiziert haben. „Der Vorteil der vorgeschlagenen Lösung ist auch, dass die Kirchen unangetastet bleiben.“ Stets ergänzt: „Außerdem haben wir schon jetzt für drei Gemeinden nur noch einen Pastor.“

Auf Veränderungen werden sich die Katholiken in beiden Städten wohl einstellen müssen. Gemeindereferent Georg Kalkum geht aber nicht davon aus, dass eine Gemeinde „etwas verlieren“ wird. Zumal beide zukünftigen Gemeinden etwa gleich groß sein werden (Radevormwald hat etwa 6000 Katholiken, Hückeswagen zirka 5000). „Wir wollen unsere Kräfte bündeln und schauen, was wir gemeinsam auf die Beine stellen können.“

In einigen Bereichen ist die Kooperation ohnehin schon längst Realität. Etwa bei der Firmung: Sie wurde bereits drei Mal für Rade und Hückeswagen gemeinsam gefeiert. Immer in der größten der drei Kirchen, in St. Mariä Himmelfahrt.

(RP)
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