Hückeswagen: Karl Angerer ist heiß auf Hückeswagen

Hückeswagen : Karl Angerer ist heiß auf Hückeswagen

Karl Angerer gehört zu den 16 Bob-Piloten, die heute und morgen in der Altstadt um den Europameister-Titel fahren. Der 33-jährige Bayer, der die Sommerbob-Premiere 2008 gewann und nun für das Team der Bergischen Morgenpost startet, freut sich auf die Rennen "wie ein Schneekönig".

Die Vorfreude ist Karl Angerer anzusehen, als er am Freitagmittag gemächlich die Bobstrecke abgeht. "Es ist auf jeden Fall schön, dass wir hier wieder fahren können", sagt der kernige Bayer und spricht damit auch für seine Konkurrenten. "Wir alle haben schöne Erinnerungen an Hückeswagen."

Ein solch enthusiastisches Publikum, das die Sportler vor, während und nach den Sommerbob-Rennen feiert, bekommt die internationale Bob-Elite nur sehr selten zu Gesicht. Bei Weltcup-Rennen sind 2000 Zuschauer schon viel, "meistens sind es weniger". Nur die Olympischen Winterspiele sind von der Zuschauerzahl und der Begeisterung her ein Quäntchen besser als die Hückeswagener Sommerbob-Rennen.

"Olympia ist natürlich das Größte für einen Sportler", versichert Angerer. Diesen Traum hat sich der kernige Bayer aus Marktschellenberg bei Salzburg, direkt an der österreichischen Grenze, bereits erfüllt: 2010 startete Angerer in Vancouver. Allerdings lief es damals auf der Bahn in Whistler für ihn nicht sonderlich rund: Platz sieben im Vierer- und Platz neun im Zweierbob standen am Ende für ihn und sein Team zu Buche. "Die Vorbereitung war damals nicht gut verlaufen", blickt er zurück.

Als erster Sportler angereist

Ähnlich erging's ihm auch in der abgelaufenen Saison: Wegen einer Handverletzung fiel er fast den gesamten Winter aus. Immerhin holte sich der Pilot des WSV Königssee die Bayerische Meisterschaft — und hätte nichts dagegen, wenn er diese kleine Erfolgsserie bei der Sommerbob-EM an diesem Wochenende fortsetzen könnte. Einen Vorteil hat der 33-Jährige bereits auf seiner Seite: Er war schon am Mittwochabend als Erster angereist und konnte sich daher auch uneingeschränkt unter den Rollen, die die Veranstalter für die Teams bereit stellen, die passenden aussuchen. Seitdem werkeln er und sein Bremser Christian Friedrich daran herum, um den Bob noch ein paar Hundertstel schneller zu machen.

Zwei Schlüsselstellen sieht der WM-Zweite im Viererbob von 2011: den Start auf der Marktstraße nahe der Pauluskirche und die erste Kurve bei Electronic Burghoff, dem "Baumann-Eck". "Wer hier gut durchkommt, kann's fliegen lassen", sagt Angerer. Ein Fehler im unteren Streckenabschnitt sei dann nicht mehr so tragisch. Allerdings sei er selber schonmal in der ersten Kurve "in die Bande gedappert", beschreibt er auf Bayerisch.

Wiedersehen mit Freunden

Froh ist der Bayer, dass er nach seiner langen Verletzungspause endlich mal wieder seine Konkurrenten sieht. Vor allem auf Simone Bertazzo hatte er sich gefreut, doch der Italiener musste wegen einer Verletzung kurzfristig absagen. Manuel Machata sieht er dagegen häufiger — die beiden wohnen nur 15 Kilometer voneinander entfernt.

(RP/rl)