Kantorin Kammerer verlässt Hückeswagen

Hückeswagen: Kantorin Kammerer verlässt Hückeswagen

Zum 1. August zieht das Ehepaar Ingrid und Stefan Kammerer nach Hessen - das ist ein Verlust für die Kirchenmusik der Schloss-Stadt. In der Evangelischen Kirchengemeinde soll die Stelle der Kantorin möglichst schnell neu besetzen.

Es ist ein herber Schlag für die Hückeswagener Kirchenmusik: Die Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde, Ingrid Kammerer, zieht zur Jahresmitte mit ihrem Mann Stefan (52), seinerseits Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde in Wipperfürth, nach Korbach in Hessen: "Wir sind jetzt in einer Lebensphase, in der ein solcher Wechsel von Stelle und Ort noch gut möglich ist", sagt die 54-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Kinder seien erwachsen und aus dem Haus. "Gleichzeitig sind wir in einem Alter, in dem eine Veränderung noch machbar ist", stellt Ingrid Kammerer klar. In der Gemeinde von Korbach, die der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck untergeordnet ist, wird sich das Ehepaar eine Kantorenstelle teilen, wie es das bereits von 1994 bis 2005 in Hückeswagen gemacht hatte: "Das haben wir letztlich immer so gewollt", betont Ingrid Kammerer.

Ingrid Kammerer ist wichtig, dass sie nicht im Streit geht: "Wir hatten und haben immer noch eine gute Zeit in Hückeswagen. Wir sind dankbar für die vielen schönen Dinge, die wir hier erleben durften." Nicht zuletzt seien es die zahlreichen Kontakte, Freundschaften, Feiern, Gottesdienste und Konzerte, die den Abschied auch für die Kantorin zu einer traurigen Angelegenheit werden lassen.

Dennoch geht der Blick nach vorne: "Es ist ein motivierender Gedanke, die Erfahrungen, die wir in Hückeswagen machen konnten, an anderer Stelle einsetzen zu können." Das Stellenangebot aus Korbach sei zudem "in allen Koordinaten passend", sagt Kammerer. "Die Stellen entsprechen genau unseren Fähigkeiten und Neigungen."

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Ingrid Kammerer weiß zudem genau, dass sie eine Lücke in der Schloss-Stadt hinterlassen wird. "Es ist aber auch ganz menschlich, eine solche Chance zu ergreifen, wenn sie sich einem bietet." Und die Kantorin setzt auf die Eigenmotivation ihrer Sängerinnen und Sänger - und wünscht sich, dass sich die Kirchenmusik in Hückeswagen ebenfalls weiter entwickeln wird: "Ich hoffe, dass sich für die Zukunft der hiesigen Kirchenmusik ein guter Weg findet. Bleibt dabei! Dann kann es gelingen", hat sie in einem Brief zum Abschied an die Chormitglieder geschrieben.

Die Verantwortlichen in der Evangelischen Kirchengemeinde sind nun auf der Suche nach einem schnellstmöglichen Ersatz für die scheidende Kantorin. Deren Entscheidung sei der Gemeinde im Februar mitgeteilt worden, sagt Pfarrer Reimund Lenth: "Frau Kammerer hat wegen ihrer langen Dienstzeit von 24 Jahren um einen Auflösungsvertrag gebeten. Der Ausschuss Theologie, Gottesdienst und Kirchenmusik hat getagt, und auch der Kreiskantor wurde mit ins Boot genommen", sagt der Vorsitzende des Presbyteriums. Es werde nun eine Ausschreibung im Amtsblatt für Kirchenmusik geben. Wie lange es dauern werde, bis die Stelle neu besetzt sei, könne man aber natürlich nicht absehen, sagt Lenth. "Es ist ein Prozess, der nun geführt werden muss."

Auch Lenth betont, dass der Trennungsprozess in absolutem Einvernehmen passiert sei: "Ingrid Kammerer hat im vergangenen Vierteljahrhundert hervorragende Arbeit in der Gemeinde geleistet. Zudem sind wir beruflich und freundschaftlich verbunden - was den Abschied natürlich mit einer gewissen Wehmut verbindet." Lenth lobt das Engagement der scheidenden Kantorin in den höchsten Tönen: "Ingrid Kammerers Arbeit ist über den Kirchenkreis hinaus bekannt." Für eine doch recht kleine Gemeinde wie die in Hückeswagen sei vor allem die Qualität der aufgeführten Werke beachtlich gewesen. "Und auch Frau Kammerers Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Bands darf keineswegs vergessen werden", sagt Lenth.

(wow)