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Hückeswagen: Kampf um Bekenntnisschule

Hückeswagen : Kampf um Bekenntnisschule

Der Stadtrat wird in der nächsten Woche den Schulverbund von Katholischer Grundschule und Gemeinschaftsgrundschule beschließen. Die Katholische Kirche will derweil retten, was zu retten ist.

Marc D. Klein und Hans-Peter Weyer machten gestern kein Hehl daraus: Am liebsten wäre es dem leitenden Pastor des Pfarrverbandes und dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, wenn bei den Grundschulen in Hückeswagen alles bliebe, wie es seit Jahrzehnten ist. Konkret wünschen sie sich auch für die Zukunft eine eigenständige Katholische Grundschule im bestehenden Gebäude an der Kölner Straße. Aber beide wissen auch, dass das ein Wunschtraum bleibt. Örtliche Politiker haben ihnen das bestätigt. "Die haben nur noch aus Höflichkeit mit uns geredet. Ihre Meinung zur Schullandschaft in Hückeswagen stand schon vorher fest", sagte Weyer gestern über den Schul-Dialog von Kirche und Kommunalpolitik in Hückeswagen.

Kirche missfällt der ganze Plan

Diese quer durch die Parteien übereinstimmende politische Meinung geht dahin, dass die Gemeinschaftsgrundschule Stadt und die Katholische Grundschule in einigen Jahren zu einem Schulverbund fusioniert werden. Standort des neuen Verbundes soll das heute von der Hauptschule genutzte Gebäude an der Weststraße sein.

Das Konstrukt des Schulverbundes missfällt der Katholischen Kirche, der neue Schulstandort ebenfalls. Auch die Schulkonferenz hat sich dagegen ausgesprochen. Aber die Politik beeindruckt dieses Eltern- und Lehrervotum nicht. Es gilt als sicher, dass der Stadtrat in der nächsten Woche die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans und damit den Schulverbund im heutigen Hauptschulgebäude beschließt.

Für diesen Fall hat der Pfarrverband Radevormwald-Hückeswagen eine Forderung, die Klein und Weyer gestern unterstrichen: Die Katholische Grundschule soll die führende Schule im neuen Verbund sein, also auch die Schulleitung stellen. Dieser Anspruch wird abgeleitet aus den Anmeldezahlen für das Schuljahr 2012/13: 43 Kinder wurden an der Katholischen Grundschule angemeldet, 33 an der Gemeinschaftsgrundschule Kölner Straße (und weitere 42 an der Gemeinschaftsgrundschule Wiehagen). "Das ist doch ein klares Eltern-Votum", sagten Klein und Weyer gestern übereinstimmend. Es belege, dass die Hückeswagener Eltern der Bekenntnisschule den Vorrang geben.

Religionsunterricht wird auch an Gemeinschaftsgrundschulen erteilt. Pfarrer Klein verwies gestern aber auf das, was die Katholische Grundschule darüber hinaus ausmache: "Sie greift auf ein biblisch begründetes Menschenbild zurück." Für Christen sei das Kind ein Ebenbild Gottes, "für dessen besondere Würde Gott einsteht". Das sei "Grundausrichtung erzieherischen Handelns" in der Katholischen Grundschule — und dürfe in Hückeswagen auch in Zukunft nicht verloren gehen.

(RP)