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Hückeswagen: Kalkhaltiges Wasser sorgt für große Probleme

Hückeswagen : Kalkhaltiges Wasser sorgt für große Probleme

Birgit Bever konnte es kaum glauben, als ihr Installateur an der erst drei Jahre alten Heizung einen Schaden feststellt – Grund: zu viel Kalk. Die BEW teilt mit, dass sie die Probleme kennt, die Qualität des Wassers aber ausgezeichnet ist.

Birgit Bever konnte es kaum glauben, als ihr Installateur an der erst drei Jahre alten Heizung einen Schaden feststellt — Grund: zu viel Kalk. Die BEW teilt mit, dass sie die Probleme kennt, die Qualität des Wassers aber ausgezeichnet ist.

Erst drei Jahre alt und schon ein Schaden. Birgit Bever kann es kaum glauben. Als ihr Installateur die Heizung überprüft, stellt er große Mengen Kalk fest. "Und das, obwohl die BEW das Wasser mit einem Härtegrad 1 als super bezeichnet. Dabei habe ich gelesen, dass kalkhaltiges Wasser nur bei einem hohen Härtegrad vorkommt", sagt die Hückeswagenerin am Heißen Draht der BM.

Ihr Installateur habe von massenweisen Beschwerden der Kunden erzählt, deren Geräte schnell verkalken — vor allem betroffen: Heißwasserkocher, Kaffeemaschinen und Heizungen. Auch Birgit Bever muss ihren Heißwasserkocher oft entkalken. Auch auf der Heißwasserpumpe zum Duschen sei oft ein nur sehr geringer Druck vorhanden.

Das Problem, das viele Hückeswagener mit dem Kalk im Wasser haben, ist den Verantwortlichen bei der Bergischen Energie- und Wasser GmbH (BEW) bewusst, dagegen tun können sie aber nichts. "Grundsätzlich ist es richtig, dass wir ein ausgezeichnetes und qualitativ hochwertiges Trinkwasser haben", sagt Christoph Czersinsky, Abteilungsleiter Netze Gas und Wasser. Schließlich sei die Trinkwasserverordnung Grundlage allen Handelns.

"Wir müssen unterscheiden, wo das Wasser herkommt. Und da ist es in der Tat so, dass das Wasser in Hückeswagen vor allem in der Innenstadt kalkhaltiger ist als zum Beispiel in Wermelskirchen oder in den von der Nachbarstadt belieferten Hückeswagener Gebieten Westhofen und Scheideweg", erklärt er.

Während Wermelskirchen sein Wasser aus der Großen Dhünn-Talsperre bezieht und es sich um reines Oberflächenwasser handelt, bekommt der größte Teil in Hückeswagen Wasser vom Wasserwerk Kleineichen aus einem Tiefenbrunnen.

"Wir veröffentlichen unsere Trinkwasseranalyse im Internet. Das Hückeswagener Trinkwasser hat eine Gesamthärte von 9,2 Grad deutscher Härte", sagt Czersinsky. Das entspreche einem mittleren Härtegrad — im Vergleich zu Wermelskirchen, das einen weichen Härtegrad von 4,5 hat. "Das Hückeswagener Wasser wird aus tiefen Gesteinsschichten hervorgeholt. Dabei wird Calciumcarbonat zutage gefördert. Diese löslichen Stoffe sind es, die für Kalkablagerungen sorgen", erläutert Czersinsky.

Auswirkungen habe der Kalk nur im Warmwasserbereich. Kaltwasser sei nicht betroffen. "Es gibt Unterschiede beim Kalkgehalt, das sagt aber nichts über die Qualität aus", sagt Czersinsky. Er selbst wohnt in Hückeswagen und arbeitet in Wipperfürth. "Den Heißwasserkocher zu Hause muss ich häufiger entkalken als den an meinem Arbeitsplatz", sagt er. Dass sich Kalk bei höheren Temperaturen ablöse, sei ein chemischer Vorgang und nicht zu vermeiden. "Wasser ist ein Naturprodukt, das aus tiefen Erdschichten gewonnen wird", sagt er.

Immer mal wieder gebe es Beschwerden von Bürgern, vor allem von denen, die neu nach Hückeswagen ziehen. "Von Kalk gehen aber keine Heizungen kaputt, höchstens lässt die Leistung nach, wenn die Spiralen im Wasserkocher verkalken", sagt er. Hückeswagener Installateure würden das Problem aber kennen und den Kunden raten, Heizungen häufiger warten zu lassen.

Czersinsky betont, dass das Wasser in Hückeswagen regelmäßig durch das Gesundheitsamt kontrolliert wird. "Trotz Kalk können wir es unbedenklich trinken", sagt er.

(RP)