Hückeswagen: Jugendreferent geht von Bord

Hückeswagen: Jugendreferent geht von Bord

Die Evangelische Kirchengemeinde sucht einen neuen Jugendleiter: Christoph Obermann (26) verlässt Anfang Februar die Schloss-Stadt. In Koblenz wird er ein Studium der Sozialen Arbeiten beginnen.

Christoph Obermann wird Hückeswagen und damit die Evangelische Kirchengemeinde in gut zwei Monaten verlassen. Diese Nachricht verkündeten am Dienstag Pressesprecher Pfarrer Martin Haupt-Schott und der Jugendreferent in einem Pressegespräch.

"Herr Obermann hat uns gebeten, den Vertrag zum 31. Januar 2012 aufzulösen. Er will ein Studium in Koblenz beginnen", teilte Haupt-Schott mit. Der Jugendleiter, der im Juli 2008 seine Arbeit in Hückeswagen und Bergisch Born aufgenommen hatte, wird in der Stadt am Rhein mindestens sieben Semester den Bachelor in Sozialen Arbeiten studieren. Theoretisch hätte Obermann zumindest bis Juni 2013 in den beiden Gemeinden arbeiten können.

Das Presbyterium hat der Auflösung des Vertrags bereits zugestimmt. "Wir wollten ihm keine Steine in den Weg legen, zumal wir ihm schon zu Beginn seiner Zeit in Hückeswagen nahe gelegt haben, später einmal eine Fortbildung zu machen", betonte Haupt-Schott.

Begeistert über die Aufnahme

Der 26-jährige Obermann ist in Eckernförde geboren und in Neuwied und Weißenthurm bei Koblenz aufgewachsen. Nach dem Abitur absolvierte er von 2004 bis 2008 ein Theologiestudium im Seminar "Neues Leben " im Westerwald. Mit seinem Studium in Koblenz kehrt er nun in seine Heimat zurück. "Ich war begeistert über die wohlwollende Aufnahme in Hückeswagen. Und ich war erstaunt, wie viel in so einer Kleinstadt los ist", sagte der Jugendreferent.

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Für die Leitung der Evangelischen Kirchengemeinde ist die Bitte Obermanns nicht wirklich eine Überraschung. Und doch müssen die Gremien nun neu planen. "Wir werden zunächst im Jugendausschuss besprechen, wie es konkret mit der Jugendarbeit weitergeht", sagte der scheidende Jugendreferent. Der Grund: Einige Jugendgruppen werden mit Ehrenamtlern geführt, andere hingegen leitet Obermann selber. Ob diese Gruppen bestehen bleiben, ist offen.

Mittel- und langfristig soll die Jugendarbeit mit einem Hauptamtlichen fortgesetzt werden. Diese Absicht war auch einer der Gründe, warum sich innerhalb der Kirchengemeinde im Juli der Förderverein "Zukunft Jugend" gegründet hatte. "Wir müssen auch schauen, dass wir die Genehmigung vom Kirchenkreis Lennep bekommen", ergänzt Haupt-Schott. Dabei geht es vor allem um die weitere Finanzierung der Jugendreferenten-Stelle, zumal auch die Gemeinde in Bergisch Born ein Interesse daran hat. In Hückeswagen verbringt der Jugendreferent 75 Prozent seiner Arbeitsstunden, den Rest in der Nachbargemeinde. Entsprechend ist auch die Finanzierung der Stelle.

Jugendliche sind traurig

So oder so: Das Thema Jugendarbeit wird die Kirchengemeinde in den kommenden Monaten auf Trab halten. Einige der in den Gruppen organisierten Jugendlichen seien über seinen Weggang schon traurig, sagte Obermann. "Andererseits freuen sie sich für mich."

(nob)
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