Hückeswagen: Jugend fordert die Bürgermeisterkandidaten

Hückeswagen : Jugend fordert die Bürgermeisterkandidaten

Karolin Lena Kowalewski kann aufatmen. Ihr Vater hat ihren Rat beherzigt. "Blamier Dich nicht, sei nicht streng und guck freundlich", hatte seine 14-jährige Tochter ihm am Montagmorgen mit auf den Weg gegeben, als zunächst in der Montanusschule und anschließend in der Realschule zwei lockere Gesprächsrunden mit den Zehntklässlern anstanden. Sein Kontrahent Dietmar Persian tat es ihm nach – auch was die Kleidung betraf: Beide kamen vergleichsweise leger daher in Jeans und ohne Krawatte. Ihre Jacketts legten sie in den Gesprächsrunden mit den Schülern ab, die – wenn sie bereits 16 Jahre alt sind – am 23. März auch wählen dürfen.

Karolin Lena Kowalewski kann aufatmen. Ihr Vater hat ihren Rat beherzigt. "Blamier Dich nicht, sei nicht streng und guck freundlich", hatte seine 14-jährige Tochter ihm am Montagmorgen mit auf den Weg gegeben, als zunächst in der Montanusschule und anschließend in der Realschule zwei lockere Gesprächsrunden mit den Zehntklässlern anstanden. Sein Kontrahent Dietmar Persian tat es ihm nach — auch was die Kleidung betraf: Beide kamen vergleichsweise leger daher in Jeans und ohne Krawatte. Ihre Jacketts legten sie in den Gesprächsrunden mit den Schülern ab, die — wenn sie bereits 16 Jahre alt sind — am 23. März auch wählen dürfen.

Persian, der parteilose Kandidat der Liste (SPD, FDP, UWG, Grüne), hatte in der Montanusschule ein "Heimspiel": "Vor fast 40 Jahren bin ich hier auch zur Schule gegangen. Wir waren der erste Jahrgang, der hier entlassen wurde", sagte er vor den fast 40 Hauptschülern der Klassen 10 a und b. Zudem sei er als Leiter des regionalen Gebäudemanagements für die beiden Schulen zuständig. Auch der CDU-Kandidat Kowalewski ist vom Fach, ist er als 1. Beigeordneter der Stadt Rösrath auch für die Bereiche Jugend und Schule zuständig.

Von den Kernthemen der zurückliegenden Podiumsdiskussionen und Gesprächsrunden blieb bei den Schülern gestern nur das Thema "Schule" übrig. Was mit dem Geld, das die Stadt für die Sekundarschule eingeplant hat, jetzt nach dem Scheitern passiere?, wollte eine Montanusschülerin wissen. Einig waren sich die beiden Kandidaten darin, dass in den nächsten Wochen und Monaten über die zukünftige Schullandschaft erst diskutiert werden müsse. "Eine einzügige Hauptschule und eine zweizügige Realschule sind für die Zukunft zu wenig", stellte Persian klar.

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Es werde aber in Haupt- und Realschule investiert — etwa in die energetische Sanierung und in neue Whiteboards für den Unterricht. "Wir wollen Euch aber nicht ausgrenzen", sagte Kowalewski an die Schüler und bot ihnen an, die Zukunft mitzugestalten.

Ein großes Bedürfnis war ihnen auch die Ausbildung. Die Angst einiger Montanusschüler war, in Hückeswagen keine Lehrstelle zu bekommen. Diese Furcht versuchte Kowalewski ihnen zu nehmen. Aufgrund vieler Gespräche mit hiesigen Unternehmern wüsste er, dass sie auf junge Leute warten würden und dass sie auch bereit seien, Praktika anzubieten. "Ihr seid gefragt in den Betrieben", versicherte er und bot an: "Ich will gerne der Vermittler sein." Und Persian versicherte: "Ihr braucht Euch keine Sorge zu machen, dass Ihr keinen guten Ausbildungsplatz bekommen werdet."

Und dann brachten die Jugendlichen den Wunsch vor, den offenbar jede Jugendgeneration hat: "Hier ist es abends langweilig. Es fehlt an Bars und einer Disco", hieß es seitens der Schüler. Auch da konnten die beiden Kandidaten nur bedingt weiterhelfen. "Ein Bürgermeister hat wenig Einfluss darauf, dass jemand in der Stadt ein Jugendcafé eröffnet", betonte Persian.

Beide nutzten aber die Gelegenheit, sich aus erster Hand darüber zu informieren, was die Schüler gerne an Freizeitangeboten hätten. Neben einem größeren gastronomischen Angebot sind das mehr Veranstaltungen für Jugendlichen etwa vorm Schloss, Basketballkörbe in der Stadt und mehr Angebote für ältere Jugendliche im Jugendzentrum. Kowalewski bot daraufhin an, eine permanente Schülersprechstunde an den Schulen einrichten zu wollen. "Daraus könnten sich dann vielleicht Arbeitsgemeinschaften bilden, in denen wir gemeinsam etwas für Hückeswagen entwickeln."

(RP)
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