Hückeswagen: Jens Kommnick zaubert auf der Gitarre

Hückeswagen: Jens Kommnick zaubert auf der Gitarre

Der Gitarrist Jens Kommnick war von Bremerhaven ins Kultur-Haus Zach gekommen und freute sich vor allem darüber, dass er nach Jahrzehnten als Musiker erst nach Hückeswagen kommen musste, um eine Showtreppe herunterkommen zu können: "Ich habe mich ein bisschen wie Rudi Carrell gefühlt", sagte er schmunzelnd. Damit war das Eis gebrochen, und einem humorvollen Abend mit viel virtuoser Gitarrenmusik, immer beinahe entrückt und mit geschlossenen Augen dargeboten, und launigen Ansagen dazwischen stand nichts mehr im Weg.

Es war tatsächlich konsequent zweigeteilt: War Kommnick während seines Spiels hochkonzentriert, plauderte er zwischen den Songs frisch von der Leber weg. Und hatte dabei durchaus Sinn für Selbstironie: "Das Lied hieß 'The Cat In The Bowron', ich habe es in den 80ern geschrieben - das ist ein paar Haare her", sagte er und deutete dabei auf seine Glatze. Dabei schaffte es der 53-Jährige spielend, die Balance zu wahren: Er bot die gleichberechtigte Verknüpfung von Musik und Komik.

Während er erzählte, schaffte er es wie Reinhard Mey, dem er übrigens den Einstieg in die Welt der Liedermacher an der Akustikgitarre verdankte, ein heimeliges Gefühl bei den knapp 30 Zuschauern zu erzeugen. Das Ganze vermittelte nämlich, dass man sich kenne und gleich noch gemeinsam ein Bier trinken könne. Und während Kommnick spielte, erschuf er durch seine Musik Welten, die mal von einer stürmischen Überfahrt nach Irland, der Heimat seiner Frau, erzählten, dann wieder vom langsamen Erwachen des Frühlings mit den ersten Schneeglöckchen auf dem Deich oder einer lustigen Fahrt im Riesenrad. Dabei zauberte er so virtuos an den sechs Saiten seiner Gitarre, dass man die Themen der Lieder direkt im Kopfkino entstehen sehen konnte. Und man musste auch kein Musiker sein, um die große Klasse des schlaksigen Gitarristen zu erkennen. Was sich nicht zuletzt im lauten Applaus des Publikums nach jedem Lied zeigte.

(wow)