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Hückeswagen: Jecken feiern "Dreibäumener Dreigestirn"

Hückeswagen : Jecken feiern "Dreibäumener Dreigestirn"

Närrischer Spätschoppen in der Gaststätte Junker in Dreibäumen. Neben Schunkeln und Feiern gab es ein außergewöhnliches Versprechen: Ein"Chauffeur" wird das Dreigestirn per Limousine zum Prinzenwagen bringen.

Auf dieses Heimspiel hatte er sich ganz besonders gefreut: Prinz André I., im bürgerlichen Leben bekannt als André Katzwinkel und Wirt der Gaststätte Junker in Dreibäumen - kurz hinter der Hückeswagener Stadtgrenze -, wurde am Sonntagnachmittag beim Spätschoppen in der eigenen Kneipe nicht enttäuscht. Dichtgedrängt tanzten, schunkelten und lachten gut 100 Närrinnen und Narren. Das jecke Volk zollte dem Regenten und seinen Mitstreiter Jungfrau Heiko I. (Winterhagen) und Bauer Peter I. (Rehbold) damit den gebührenden Tribut. Teils standen die Menschen so eng beieinander, dass es im Junker kaum noch ein Durchkommen gab.

Für den Auftritt von Altstadtgarde und "Jecken Wievern" im Gefolge des Dreigestirns musste sich Prinzenführer Harry Tiede dann auch mit Nachdruck Gehör verschaffen: "Bitte macht mal etwas Platz, damit die Gruppen einziehen können." Allerdings forderte die kuschelige Geselligkeit auch ein Opfer: Vor lauter Feierfreude kippte versehentlich ein Bier in die Musikanlage. Die Folge: Die Mikrofone konnten nicht mehr genutzt werden. Flugs organisierte die Altstadtgarde aus dem Partykeller von Holger Schüller (selbst einst Jungfrau im Dreigestirn und Mitglied der Altstadtgarde) eine kleine Anlage als Ersatz. Diese war zwar etwas leiser, Dreigestirn und Narrenvolk waren aber erleichtert, dass das Programm fortgesetzt werden konnte. Schließlich wollten alle Anwesenden Prinz André mit seiner Interpretation von Westernhagens "Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz" hören. Dabei ist es bereits eine liebgewonnene Tradition geworden, dass beim Gitarrensolo die Altstadtgarde eine schwungvolle "Luftgitarre" auf ihren Ziergewehren spielt.

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Mit Blick auf das feierfreudige Publikum im Junker meinte Harry Tiede mit einem Augenzwinkern: "Hier muss wohl demnächst renoviert werden. Da brauchten wir ein Dreigestirn aus Dreibäumen, um so etwas zu erleben. Wir Dawerkuser sind stolz auf das Trio." Die Bezeichnung "Dreigestirn aus Dhünn" nahm der Prinzenführer nicht in den Mund, obwohl sie ebenso zutreffend wäre. Ein karnevalistischer Ausdruck eine alten "Hass-Liebe", die Dabringhausen und Dhünn ähnlich verbindet wie Düssseldorf und Köln.

Den Spätschoppen nutzte Autohausbetreiber und Junker-Stammkunde Christoph Messink, um gleich zwei Versprechen zu geben. "Natürlich stelle ich dem Dreigstirn und der Altstadtgarde wieder einen Transporter mit 90 Litern Bier im Kofferraum", kündigte er an und setzte anschließend noch einen drauf: "Ich persönlich werde das Dreigestirn am Rosenmontag in einer schwarzen Limousine zum Prinzenwagen chauffieren."

Kurzzeitig stand sogar der Verkehr auf L101 vor Junker still, denn die Garde Rut-Wiess-Dabringhausen nutzte mangels ausreichendem Platz in der Gaststätte kurzerhand die Straßenfläche für ihre Tanzeinlage.

(RP)