Jäger blasen an der Neye-Talsperre zur Jagd auf Wildschweine

Neye-Talsperre : Jäger blasen zur Jagd auf Wildschweine

In einem Waldgebiet an der Neye-Talsperre, das zu Remscheid gehört, treffen sich am Samstag viele Jäger.

60 Schützen, 40 Treiber und einige Helfer gehen am Samstagmorgen an der Neye-Talsperre auf die Jagd. Insgesamt 106 Teilnehmer zählt der Volker Leipzig, Revierleiter der Technischen Betriebe Remscheid (TBR), auf seiner mittlerweile geschlossenen Liste. Revierübergreifend begrüßt das TBR-Stadtforstamt Waidleute aus der Umgebung zu einer aufwändig organisierten Gesellschaftsjagd. DenTBR gehöreneinige Ländereienan der Neye-Talsperre auf Wipperfürther gebiet nur wenige Meter von der Stadtgrenz zu Hückeswagen entfernt, die talsperre ist im besitz der Satdtwerke Remscheid (EWR). Auf 800 Hektar verfolgt die sogenannte Ansitzdrückjagd am Samstag ein Ziel: „Wir wollen Strecke machen“, kündigt Leipzig an.

Strecke steht für die Anzahl des Wilds, das an diesem Tag erlegt wird. Auf Schalenwild wird angelegt – die Jäger nehmen Rehe und Wildschweine ins Visier. 40 Treiber und 35 Hunde werden das Wild im Neye-Revier beunruhigen, wie es im Fachjargon heißt. Sie scheuchen das Reh- und Schwarzwild auf, im Idealfall vor die Gewehre der wartenden Jäger, die auf den ihnen zugewiesenen Drückjagdständen und Erdsitzen warten.

Die Drückjagden helfen vor allem, die bundesweit rasant gestiegene Wildschwein-Population signifikant zu reduzieren. Aufgrund der drohenden Afrikanischen Schweinepest dürfen die Schwarzkittel aktuell ganzjährig bejagt werden. Ausgenommen sind die Bachen, die Mutterschutz genießen, und ihre Frischlinge. Wildschweine sind vielfach zum Problem geworden. Nicht im Wald, wie Leipzig betont, wo sie durchaus nützlich sind und den Boden auflockern, sondern für die Landwirte, auf deren Mais- und Getreidefeldern sie sich wohlfühlen und riesige Schäden anrichten.

Vier Stunden wird die Jagd dauern, bei der bleifreie Büchsenmunition verpflichtend ist. Bei der Jagdscheinkontrolle am Treffpunkt, dem Forsthaus Neye an der Sperrmauer, müssen die Schützen jeweils 25 Euro für die Teilnahme bezahlen.

Sicherheit ist das oberste Gebot. So sind Schüsse auf weite Entfernung jenseits der 50 Meter oder auf hochflüchtiges Rehwild untersagt. „Ohne sicheren Kugelfang dürfen keine Schüsse abgegeben werden. Und als solcher gilt ausschließlich das feste Erdreich“, sagt Leipzig.

Der Diplom-Forstingenieur ist als Leiter verantwortlich für das Revier 1, zu dem neben dem Bereich Bergisch Born die Neye gehört. Seit 1987 ist Leipzig als Förster im Oberbergischen heimisch. Mit zwei weiteren Mitarbeitern, einem Forstwirtschaftsmeister und Forstwirt betreut Volker Leipzig eine jagdbare Fläche von 380 Hektar, zu der sich weitere 110 Hektar Eigenjagd der Stadtwerke Remscheid gesellen.

Der Schutzwald um das Gewässer lockt bei den jährlich Gesellschaftsjagden viele Waidmänner. Wenn es um 13 Uhr „Hahn in Ruh“ heißt und nicht mehr geschossen werden darf, trifft sich die Gesellschaft am Forsthaus Neye zu einer Erbsensuppe. Das geborgene Wild wird dort aufgebrochen. Beim Fleischkauf genießen die 60 Schützen ein Vorverkaufsrecht.

(Boll)