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Ist Hückeswagen bereits 1700 Jahre alt? Aprilscherz der Stadtverwaltung

Aprilscherz der Stadt Hückeswagen : Als Hückeswagen Teil des römischen Imperiums war. . .

Harmlos, kreativ und zum Schmunzeln – so muss ein Aprilscherz sein. Der Stadtverwaltung ist das wieder gelungen. Dabei hatte sie sich doch so viel Mühe gemacht, Hückeswagen älter erscheinen zu lassen, als die Stadt es wohl dann doch nur ist.

Fantasievoll waren die Mitarbeiter der Stadt Hückeswagen schon immer, wenn es darum ging, witzige Aprilscherze zu verbreiten. So hatten sie vor zwei die Schoss-Stadt als Heimat für „Brexit-Geplagte“ ins Gespräch gebracht und britischen Staatsbürger Asyl versprochen, wofür sie etwa täglich eine Teatime und einen Wachwechsel vor dem Schloss einführen wollten. Dieses Mal war Torsten Kemper ganz tief in die Geschichte eingetaucht und erst im vierten Jahrhundert wieder zum Vorschein gekommen. Denn am Donnerstag, 1. April, hatte er über die Internetseite der Stadt verlauten lassen, dass Hückeswagens Stadtgeschichte neu geschrieben werden muss, weil ihre Ursprünge bereits fast 1700 Jahre alt sind.

Basis für diesen April-Scherz ist das Regionale-2025-Projekt, wonach derzeit das Schloss für eine Machbarkeitsstudie untersucht wird, weil das künftig auch anderweitig genutzt werden soll. Dabei seien, teilte Kemper mit, die Wandverkleidungen geöffnet worden, um die Bausubstanz zu ermitteln.

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In der Folge sei Sensationelles zum Vorschein gekommen: Unter dem Schelmenturm sei ein geheimer Raum entdeckt worden. Dann wurde Jonatan Garrido Pereira vom Bauamt zitiert: „Das wirklich Besondere ergab sich bei der Untersuchung des Raums durch Vertreter des Amts für Denkmalpflege im Rheinland. Denn dieser Raum geht bis auf die römische Zeit zurück!“

Somit habe sich herausgestellt, dass Hückeswagen noch viel älter sein muss – bislang war man von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1085 ausgegangen. Die in dem Raum gefundenen Artefakte datierten eindeutig aus der römischen Zeit. „Gefunden wurden nicht nur Überreste von antiken Gefäßen aus Ton sowie Teile von Waffen und Werkzeugen, sondern insbesondere auch alte Wandmalereien und Inschriften“, hatte Kemper ohne mit der Wimper zu zucken mitgeteilt. Daher müsse Hückeswagen schon zu Zeiten von Konstantin dem Großen (306 bis 337 n. Chr) besiedelt gewesen sein.

Bauamtsleiter Andreas Schröder gab dem Ganzen noch eine „seriöse“ Beurteilung mit: „Offensichtlich war es die strategisch günstige Lage an einem Bergsporn über der Wupper, der die Römer um das Jahr 322 dazu veranlasst haben muss, hier eine Garnison zu errichten.“ Das gehe aus einer der lateinischen Inschriften hervor, die in dem Geheimraum entdeckt worden waren. So war dort, wo jetzt das Schloss steht, angeblich eine römischen Militäranlage. Weil diese aber wiederholt Angriffen durch die Germanen ausgesetzt war, hätten die Römern sie schnell wieder aufgegeben. Schließlich seien die Überreste mit den Vorläufern des Schlosses überbaut worden und in Vergessenheit geraten.

Tatsächlich bleibt es aber offiziell dabei, dass Hückeswagen „erst“ 936 Jahre alt ist – noch. Denn wer weiß, was sich wirklich unter dem alten Gemäuer auf dem Bergsporn verbirgt. . .

(büba)