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Hückeswagen: Investor kippt die Indoor-Spielhalle

Hückeswagen : Investor kippt die Indoor-Spielhalle

Die leerstehende Tennishalle an der Kölner Straße wird keine Indoor-Spielhalle. Der Investor aus Wipperfürth erklärte gestern das Projekt für beendet. Der Grund: Der Eigentümer könne die notwendigen Hallensanierung nicht stemmen.

Kein Piratenschiff wird in der Tennishalle anlegen, keine Rutschen oder Trampolins aufgebaut - das teilte Patrick Bauer gestern mit. Der Geschäftsführer der Wipperfürther Firma Bauer Veranstaltungstechnik, die etwa die Musik- und Beschallungsanlagen für die Sommerbob-Wochenenden oder die Konzertreihe "Hückeswagen live" installiert hatte, hat nach einem Gespräch mit dem Kölner Eigentümer der Halle kein Interesse mehr daran, an der Kölner Straße eine Indoor-Spielhalle zu errichten.

"Ich habe mich mit ihm am Montagabend zusammengesetzt, um ein paar offene Fragen zu klären", berichtete Bauer. Der Eigentümer habe ihm gegenüber betont, keine finanziellen Mittel zur Verfügung zu haben, um den Investitionsstau der Halle abzuarbeiten. Laut Bauer müssten etwa das Dach, die Brandschutzanlage sowie die sanitären Einrichtungen erneuert werden. Für den Investor, der die Halle nur mieten wollte, kommt eine Sanierung der Halle auf eigene Kosten nicht in Frage. Da sei es für ihn einfacher, auf der grünen Wiese eine Blechhalle aufzustellen. Das würde weniger Kosten und weniger Auflagen bedeuten. Bauer: "Das Projekt ist für mich leider gestorben."

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In der Sitzung des Planungsausschusses Ende Juli hatte der Wipperfürther die Politiker und die Verwaltung mit seiner Idee überrascht. Die waren durch die Bank angetan von dem Projekt; die Stadt hätte auch den Bebauungsplan entsprechend geändert, damit die Tennishalle als Indoor-Spielhalle hätte genutzt werden können. Doch das ist vorerst hinfällig geworden.

Durch die Insolvenz des TC 03 vor zwei Jahren war der Eigentümer in Bedrängnis gekommen. In einem Schreiben an die Stadt zu Beginn dieses Jahres teilte er mit, dass er monatlich 3800 Euro in eine Sportstätte stecken muss, die er eigentlich nicht mehr will. Die vom Landgericht Köln als berechtigt eingestuften Forderungen des Kölners an den insolventen Tennisclub belaufen sich auf eine sechsstellige Summe. So hat seine Bank als Kreditgeberin inzwischen die Sicherheitsübereignung seines Wohnhauses verlangt.

Im Februar hatte der Kölner daher bei der Stadt eine so genannte Anregung eingereicht und darum gebeten, den Bebauungsplan für die obere Kölner Straße so zu ändern, "dass die Chance einer wirtschaftlichen Nutzung gegeben ist". Am liebsten hätte er das Gebäude abreißen lassen, um das Gelände anderweitig zu nutzen oder zu vermarkten (s. Kasten).

Bauamtsleiter Andreas Schröder bedauerte gestern den Entschluss von Patric Bauer, das Projekt Indoor-Spielhalle nicht mehr weiter zu verfolgen. "Natürlich hoffen wir auf eine sinnvolle Nutzung der Halle, die sich an der Situation an der Kölner Straße orientiert", sagte er mit Blick auf eine Freizeitnutzung. Die Stadt könne sich jedoch nicht in die Verhandlung zweier Parteien einmischen, sondern lediglich um das Planungsrecht kümmern.

Auch Bürgermeister Dietmar Persian nahm Bauers Entscheidung mit Bedauern auf - "die Indoor-Spielhalle hätte an der Kölner Straße gut ins Konzept gepasst". Er warf den Ball im übertragenen Sinn nun wieder dem Eigentümer der Halle zu: "Wir können uns gerne wieder zusammensetzen. Aber dann brauchen wir seine Ideen, wie es mit dem Grundstück weitergehen soll."

(RP)