Hückeswagen: Ingrid Kammerers letztes Chorprojekt

Hückeswagen: Ingrid Kammerers letztes Chorprojekt

Etwa 30 Sängerinnen und Sänger üben derzeit unter anderem eine Bach-Kantate ein, die bei der "Musik in der offenen Kirche" am 10. Juni in der Pauluskirche aufgeführt werden soll. Es ist das letzte Chorprojekt der scheidenden Kantorin.

Kantorin Ingrid Kammerer hat den Titel für ihr letztes Chorprojekt in der Schloss-Stadt mit Bedacht gewählt: "Viva La Musica!" soll ein kämpferisches Signal in Richtung der Gemeinde sein. "Die Kirchenmusik in der Evangelischen Gemeinde in Hückeswagen wird trotz unseres Wegzugs zum 1. August nach Korbach in Hessen weitergehen", versichert die Kantorin. Eigentlich sei das Projekt, in dessen Mittelpunkt die Bach-Kantate "Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut" steht, schon für den Herbst geplant gewesen. Aus verschiedenen Gründen habe der ursprüngliche Termin aber nicht gehalten werden können.

Und so wird das Projekt, an dem sich neben der Kantorei auch etwa 15 Gastsängerinnen und -sänger, ein Profi-Orchester aus Wuppertal, Inga Kuhnert an der Orgel und drei Solosänger im Tenor, Bass und Alt beteiligen, zur Abschiedsvorstellung der 52-jährigen Kantorin.

Das Pensum ist nicht ohne, wie Kammerer zugibt: "Wir haben vier Probentermine, dazu dann eine Generalprobe mit allen Beteiligten. Aber schon nach der ersten Probe am 7. Mai war mir klar, dass es klappen wird." Die 52-Jährige freut sich vor allem darüber, dass die Gastsängerinnen und -sänger über kräftige Stimmen verfügen: "Das ist schon wichtig, da Bach-Kantaten nicht ganz ohne sind." Neben der Kantate werden noch einige andere Chorstücke alter Meister eingeübt sowie ein Teil des Weihnachtsoratoriums von Camille Saint-Saëns, dazu wird Kuhnert ein Händel-Konzert für Solo-Orgel und Orchester präsentieren - es ist also ein umfangreiches Programm, das die Zuschauer in der Pauluskirche bei der Aufführung am Sonntag, 10. Juni, erwartet.

Für Kammerer sind die Chorprojekte zwar kein Alltag, allerdings hat sie regelmäßig unterschiedliche Projekte lanciert: "Wir haben immer etwa drei Projekte pro Jahr gemacht. Vor zwei Jahren haben wir schon einmal ein Bach-Konzert einstudiert." Das sei bei allen Beteiligten - den Sängerinnen und Sängern, den Musikern und nicht zuletzt auch beim Presbyterium und dem Publikum - sehr gut angekommen, so dass die Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde überlegt hatte, ein weiteres Mal dem großen Johann Sebastian Bach ein Konzert zu widmen.

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"Es ist schon etwas Besonderes, denn sonst sind unsere Konzerte stilistisch immer eher durchgemischt", sagt die 52-Jährige. Kammerer ist guter Dinge, was die Probenphase angeht. Bei der zweiten Probe am Montagabend waren noch zwei weitere Gastsänger gekommen: "Tenöre sind allerdings immer Mangelware - da sind wir aber nicht der einzige Chor", bedauert die Kantorin.

Weil die Zeit knapp ist, geht es direkt los. Der Chor verteilt sich im Raum, um die klassischen Aufwärmübungen für Körper und Stimme zu machen. Die hören sich mit ihren Zischlauten und Juchzen für Außenstehende immer ein wenig seltsam an, sind aber dringend nötig, damit vor allem auch die hohen Töne gleich sitzen. Dazu werden Arme, Beine und Zwerchfell gelockert, ehe es schließlich an die Feinarbeit geht.

Hochkonzentriert sind die 30 Sängerinnen und Sänger des Projektchors bei der Sache, als Kammerer sich den ersten Stellen der Kantate zuwendet: "Es könnten auch ganz simple Melodien sein, aber Bach hat sie gerne verziert", sagt sie.

Und es ist schön zu sehen und zu hören, wie sich aus den verschiedenen Stimmen ein fester Klangkörper bildet, wächst und so ein schönes und großes Ganzes ergibt. Wie genau das klingen wird, davon können sich die Besucher in dreieinhalb Wochen beim Konzert in der Pauluskirche überzeugen.

(wow)