Hückeswagen: Informativer musikalischer Stadtrundgang im Museum

Hückeswagen: Informativer musikalischer Stadtrundgang im Museum

Gerade noch hatte sich die Politik dafür ausgesprochen, das Heimatmuseum in seiner jetzigen Form zu erhalten und nicht als Alternative zum Ratssaal umzunutzen. Und schon zeigte sich am Samstag, wie wichtig den Hückeswagener ihre "gute Stube" ist. Denn zur musikalischen Führung durch die Stadtgeschichte - einem Gemeinschaftsprojekt von Heimatmuseum und Musikschule - kamen am Nachmittag knapp 40 Interessierte.

"Entstanden ist die Idee im Oktober", sagte Musikschulleiter Eckhard Richelshagen. Da sei er zu Besuch im Museum gewesen und habe prompt von dessen Leiterin Maybritt Schützenmeister eine Privatführung bekommen. "Da haben wir uns überlegt, dass wir auch zusammen einmal etwas auf die Beine stellen könnten", sagte Richelshagen. Schließlich sei man mit der Musikschule auch immer wieder Gast bei den verschiedensten Veranstaltungen.

Aufgebaut war am Samstag auch wie für ein Konzert: Mehrere Stuhlreihen standen vor dem aufgeklappten Flügel. Doch schon beim Betreten des Museums wurde klar, dass es kein gewöhnliches Konzert sein würde. Denn im Eingangsbereich stand ein Notenständer, davor ein Fußschemel. "Wir bleiben nicht die ganze Zeit sitzen, sondern gehen zu markanten Punkten im Museum", sagte Schützenmeister.

Die erste Station war das Burgmodell in der Glasvitrine im Eingang. Nachdem die Museumsleiterin die Ursprünge der Schloss-Stadt geschildert hatte, spielte Musikschüler Felix Winkelmann auf der Gitarre zwei Tänze aus dem 16. Jahrhundert.

So ging es auf abwechslungsreiche und informative Weise weiter durch die Jahrhunderte - und durch die Räumlichkeiten im Heimatmuseum. Etwa im Obergeschoss, wo Schützenmeister über die berühmte Fischzucht im Mittelalter sprach, während von Kevin Jung musikalisch passend dazu Schuberts "Das Fischermädchen" gesungen wurde. Weitere Stationen führten zur Eisenverarbeitung im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit (Musik von Telemann, gespielt von Hanna Müssener an der Geige und Nele Kießlings mit der Blockflöte) oder in die Textilstadt Hückeswagen (Musik von Beethoven, gespielt von Tim Niklas Buchholz am Klavier). Natürlich durfte auch die Bergische Küche (Musik von Schumann, gespielt von Anna Dehnke am Klavier) nicht fehlen - leider gab es keine Waffeln dazu. . .

Zum Ende hin ging es noch um Ausstellungsstücke der gehobenen Gesellschaft (Musik von Mozart, am Klavier gespielt von Juliette Frank) und um den Hückeswagener Ausdruckstänzer Joachim von Seewitz, der von 1900 bis 1960 in der Schloss-Stadt lebte. Dazu gab es noch ein Rondo von Stemitz, gespielt von Joana Lewak an der Querflöte.

Dem Publikum schien diese besondere Kombination aus Geschichte und Musik im schönen Ambiente des Heimatmuseums sehr gut zu gefallen. Entsprechend ausgiebig war der Applaus, der den Wunsch nach einer Wiederholung deutlich zum Ausdruck brachte.

(wow)