Hückeswagen: In Wiehagen verschwindet Post

Hückeswagen : In Wiehagen verschwindet Post

Vor zwei Jahren trieb ein Postdieb in Hückeswagen sein Unwesen, ehe er im September 2008 verhaftet wurde. Hat er nun einen Nachahmer gefunden? Oliver Wenzel glaubt das. Die Post hat dagegen noch keine Anzeigen.

Die Enttäuschung bei Oliver Wenzel, der auf Wiehagen wohnt und bis Anfang des Jahres die Geschäftsstelle an der Peterstraße geleitet hatte, war groß. Denn als der Leiter der Remscheider Volksbank-Filiale an der Alleestraße am Montag voriger Woche in den Briefkasten schaute, entdeckte er einen aufgerissenen wattierten Briefumschlag. Der Inhalt war verschwunden — ausgerechnet das Weihnachtsgeschenk für seine Tochter, eine Computermaus. Sofort erinnerte Wenzel sich an den Hückeswagener Postdieb von vor zwei Jahren. "Jetzt war ich selbst betroffen", sagte der Hückeswagener im Gespräch mit der BM. Seine erste Erkundigung führte ihn zur Postagentur in der Stadt. Dort erklärte man ihm, er sei nicht der Erste, der sich wegen eines solchen Falls melde. Zudem sei ihm mitgeteilt worden: "Das scheint ein Volkssport in Wiehagen geworden zu sein."

Gestern meldete sich Annette Carl, die in der Nachbarschaft der Familie Wenzel wohnt. Sie erzählte ebenfalls von einem aufgerissenen, wattierten Umschlag: "Die Patentante meiner Tochter hatte ihr darin einen H&M-Gutschein und eine Weihnachtskarte geschickt." Doch der aufgerissene DIN-A5-Umschlag sei leer gewesen. Eine andere BM-Leserin berichtete, dass sie zum wiederholten Mal einen an der Seite aufgerissenen Brief bekommen hatte.

Post weiß (noch) von nichts

Bei der Deutschen Post sind erneute Diebstähle in Hückeswagen bislang unbekannt. Das versicherte gestern Unternehmenssprecher Dieter Pietruck auf Anfrage der BM. "Offizielle Reklamationen liegen uns nicht vor," sagte er. Allerdings werde die Konzernsicherheit ab sofort wieder ein Auge auf die Situation in der Schloss-Stadt werfen, zudem würden sich die Standort-Betreuer vor Ort ein Bild machen.

Pietruck rät nun allen möglichen Geschädigten, sich an die Kundenhotline der Konzernsicherheit zu wenden (s. Info). "Dort wird der Vorfall festgehalten und an die zuständige Stelle weitergeleitet", erläutert der Post-Sprecher. Auch seien offizielle Reklamationen in den beiden Postagenturen Wiehagen und Etapler Platz möglich.

2008 waren im gesamten Stadtgebiet immer wieder Postsendungen mit wertvollem Inhalt verschwunden. So vermissten Hückeswagener etwa Brief mit Geldgeschenken zur Kommunion oder Konfirmation. Gemeinsame Ermittlungen von Polizei und Konzernsicherheit führten im September 2008 schließlich zur Festnahme eines 44-Jährigen, der für ein Subunternehmen der Deutschen Post tätig war.

Briefe gezielt aussortiert

Er hatte den Transport von Postsendungen zum Umschlagplatz in Halver übernommen, von wo aus sie weiter transportiert wurden ins Briefzentrum Hagen. Auch am Tag seiner Festnahme hatte er Briefe aussortiert — gezielt solche mit farbigen Umschlägen, die als Gruß- oder Geschenksendungen erkennbar waren.

Geschädigte können sich an die BM-Redaktion wenden unter Tel. 920494, Mail: redaktion.hueckeswagen@bergische-morgenpost.de.

(RP)
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