Hückeswagen: In Vollzeit für Gott gearbeitet

Hückeswagen: In Vollzeit für Gott gearbeitet

Mehr als sechs Jahre war der Hückeswagener Tobias Persian (34) als christlicher Missionsmitarbeiter unterwegs. Seiner Gemeinde in Scheideweg berichtete er jetzt von seiner Arbeit und von seinem Selbstverständnis.

Immer wieder gibt es Augenblicke im Leben, die plötzlich alles verändern und die Biografie für die weiteren Jahre entscheidend bestimmen. So war es 2005 auch bei dem Hückeswagener Tobias Persian.

Nach einem guten Abitur 1996 und einer Ausbildung fand er schnell einen Job als Bauzeichner in einem Architekturbüro. "Doch irgendwie war ich nicht ganz zufrieden. Außerdem hatte ich mir früher einmal fest vorgenommen, etwas für Gott zu tun", schilderte der 34-Jährige, der inzwischen wieder in Hückeswagen lebt.

Den Job gekündigt

Persian kündigte seinen Job, in dem er acht Jahre gearbeitet hatte, und bewarb sich bei einem Schulungs- und Missionszentrum im bayerischen Hurlach. Es folgte sein bisher mit Abstand spannendster Lebensabschnitt. Davon berichtete er nun den Gemeindemitgliedern.

Bis 2011 diente er der Organisation "Jugend Mit Einer Mission" (JMEM), dem deutschsprachigen Zweig von "Youth With A Mission" (YWAM). Der versteht sich als internationale Bewegung junger Christen, "die sich dazu berufen wissen, Jesus Christus zu dienen und das Evangelium vom Reich Gottes ganzheitlich zu leben und zu verkünden".

"Ich dachte mir damals, wenn Gott etwas mit mir vorhat, wird mich die Schule annehmen", berichtete Persian. Nach den ersten Schulungen folgten schnell die Missionseinsätze, die ihn unter anderem nach Indonesien, St. Petersburg, Malaysia oder auf die Karibikinsel Curaçao führten. Einsätze gab's für ihn aber auch in Köln und Frankfurt. "Mission bedeutet nicht, nur in Afrika unterwegs zu sein. Sie kann überall und eben auch in Deutschland sein", betonte er.

  • Tierisch : Lilly sucht ein neues Zuhause

Persian präsentierte seinen knapp 30 Zuhörern zahlreiche Bilder aus den Einsätzen. Besonders eindringlich waren die, auf denen sich Armut und Existenznöte der Menschen abzeichneten. "Ich habe viel Elend gesehen, beispielsweise auf der Insel Nias in Indonesien, die durch den Tsunami Weihnachten 2004 und drei Monate später durch ein Erdbeben heimgesucht wurde", erläuterte er.

Natürlich habe er aber auch viele schöne Dinge erlebt. So sei das Schulungs- und Missionszentrum in Schloss Hurlach untergebracht. Bei einer dringend notwendigen Sanierung ganzer Gebäudeteile war Persian dann der richtige Mann am richtigen Ort. "Ich konnte meine Erfahrungen aus dem Architekturbüro einbringen", sagte er.

Heirat mit US-Amerikanerin

Seinen persönlichen Höhepunkt erlebte er 2010, als er die heute 28-jährige US-Amerikanerin Bethany heiratete. Die standesamtliche Trauung fand auf Amrum statt, kirchlich wurde in der Heimatgemeinde seiner Frau geheiratet.

Was die weitere Zukunft nach der Gründung der Familie bringt, weiß der Rückkehrer noch nicht. Zurzeit arbeitet Persian im Forstbereich.

(nob)
Mehr von RP ONLINE