In Hückeswagen wurde am Sonntag der Kriegsopfer gedacht.

Volkstrauertag in Hückeswagen : Gedenken gegen das Vergessen

Mit einer feierlichen Kranzniederlegung wurde am Sonntag der Kriegsopfer gedacht.

Lässt sich Trauern verordnen? Diese Frage stellte Bürgermeister Dietmar Persian in seiner Rede zum Volkstrauertag am Sonntag. Das Gedenken der Opfer von Krieg und Gewalt riefe bei einigen Menschen Unbehagen oder bestenfalls ein Achselzucken hervor. Gerade deshalb sei es ein wichtiger Auftrag des Staates, die Bürger zu ermuntern, sich mit den dunkelsten Kapiteln der Geschichte zu befassen.

In Hückeswagen wird das am Volkstrauertag mit einer Kranzniederlegung am Denkmal „Mutter Erde“ auf dem Friedhof am Kamp sowie auf dem Russischen Ehrenfriedhof in Voßhagen getan. Vertreter aus Rat und Verwaltung, sowie Mitglieder vom Sozialverband VdK, Stadtkultur- und Stadtsportverband, Schützen und Feuerwehr wie auch einige Bürger nahmen an der Gedenkstunde teil. Musikalisch untermalt wurde die Kranzniederlegung vom Posaunenchor Scheideweg.

Dietmar Persian erinnerte in seiner Rede an Otto Fröhlich, für den erst vor wenigen Tagen ein Stolperstein vor dessen ehemaligem Wohnhaus an der Weststraße verlegt wurde. Der Hückeswagener KPD-Vorsitzende der 1920er-Jahre wurde aufgrund seiner politischen Ansichten in „Schutzhaft“ genommen und starb im Oktober 1935 im KZ Esterwegen. Er wurde nur 47 Jahre alt. „Schicksale, wie die von Otto Fröhlich erinnern uns daran, dass die im Grundgesetz verankerten Rechte eines jeden Menschen nicht selbstverständlich sind“, betonte der Bürgermeister. Darin heißt es: Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. „Wir dürfen nie wieder tatenlos zusehen, wenn Menschen entrechtet oder ermordet werden“, forderte Persian auf.

Der staatliche Gedenktag wird seit dem Jahr 1952 begangen und erinnert an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft aller Nationen.

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