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Hückeswagen: In der Wupper ist Leben drin

Hückeswagen : In der Wupper ist Leben drin

Der Wupperverband ist dabei, die Wasserrahmen-Richtlinie der EU umzusetzen. In Hückeswagen hat er schon Erfolg. Die Renaturierung der Auen nahe der Rader Straße ist geglückt, die Wupper ist dort wieder ein "wilder Fluss".

Unter einem wilden Fluss mag sich so mancher etwas anderes vorstellen als das, was sich dem Betrachter im Bereich der Wupperauen bietet. Ralf Offermann, der beim Wupperverband für Konzepte zur naturnahen Entwicklung von Fließgewässern zuständig ist, sieht die Entwicklung der vergangenen 18 Monate aber mit großem Wohlwollen. "Die Veränderungen gefallen uns ganz gut", sagt er im Gespräch mit der BM.

Ein Rückblick: November 2010 – im Bereich der Wupperauen sind Bagger im Auftrag des Wupperverbands damit beschäftigt, Steine und gefällte Bäume so im Flussbett zu verlegen, dass sie Hindernisse bilden. Fünf Monate später präsentierte sich dort, wo früher eine glatte Wasseroberfläche und seicht dahin fließendes Wasser zu beobachten waren, kleine Stromschnellen.

Hochwasser reißen viel mit sich

Der Kampf des Wupperverbands gegen die Fluss-Monotonie war erfolgreich. Und dazu hat die Wupper seitdem selbst beigetragen. "Im Winter gab's viel Frost, wodurch viel Gestein aufgeplatzt ist und abgetragen wurde", sagt Offermann. Zudem hätten die diversen Hochwasser des bergischen Flusses dazu beigetragen, dass Schlamm, Erde, Steine und auch Baumstämme und Äste mitgerissen wurden. Sie alle bilden natürliche Hindernisse. Diese wiederum sollen bewirken, dass sich im Bereich der Wupperauen vermehrt Kleinlebewesen und Wasserpflanzen ansiedeln – der Fluss also lebendiger wird.

Die Wupper wogt nun wilder. Doch wie es unter der Wasseroberfläche aussieht, weiß der Wupperverband noch nicht. "Das Ganze braucht Zeit", betont Offermann. In den nächsten zwei, drei Jahren soll jedoch kontrolliert werden, ob sich seine Erwartungen und die seiner Kollegen erfüllt haben.

Und schon steht das nächste Projekt an: 2013 soll die Wupper zwischen Schlossfabrik und Mühlenberg auf etwa einem Kilometer Länge ebenfalls renaturiert werden, wie das schonin den Wupperauen gelungen ist. "Mit den Grundstückseigentümern haben wir uns bereits geeinigt", sagt Offermann. So rücken im nächsten Jahr erneut Bagger an, um die Befestigungen des Flusses im zur Bundesstraße hin gelegenen Ufer- und Sohlbereich zu entfernen. Auch dort soll die Wupper wilder werden.

Keine Auswirkung auf Anlieger

Offermann versichert, dass es keine Auswirkungen auf die Anlieger im weiteren Verlauf der Wupper geben wird. Beim Wupperverband wird aber berechnet, ob genug Platz für den Abraum vorhanden ist, den der Fluss mit sich reißen wird.

(RP)