Hückeswagen: Immer mehr Kinder leben in Armut

Hückeswagen: Immer mehr Kinder leben in Armut

Von der demografischen Entwicklung ist Hückeswagen nicht ausgenommen. Die Zahl der Kinder sinkt. Alarmierend: Gleichzeitig steigt die Zahl der Kinder aus armen Familien. Das lässt sich auch aus Daten ablesen, die dem Verein "Junges Gemüse" vorliegen.

Als die Anwältin und FDP-Stadträtin Karin Wroblowski den Verein 2007 gründete, wurde aus seinen Mitteln das Mittagessen in der Offenen Ganztagsgrundschule für knapp 50 Kinder mitfinanziert. Inzwischen stehen über 60 Kinder auf der Liste, deren Eltern finanziell nicht in der Lage sind, das Geld fürs tägliche warme Essen in der Schule aufzubringen.

Es geht um eine Summe zwischen 2,50 und rund drei Euro täglich (die Essenspreise sind unterschiedlich in den Grundschulen und an der Erich Kästner Schule). Das addiert sich pro Kind zu über 50 Euro im Monat. Diese Summe nur fürs Mittagessen gibt der Regelsatz für Kinder von Hartz IV-Empfängern nicht her. Deren Eltern müssen, wenn sie einen entsprechenden Antrag bei der Stadt gestellt haben, nur einen Euro für das Essen zahlen. Die Restfinanzierung übernehmen das Land aus dem Programm "Kein Kind ohne Mahlzeit" (ein Euro pro Tag und Kind) und eben der Verein "Junges Gemüse".

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Er finanziert seine Arbeit aus den Beiträgen von inzwischen 36 Mitgliedern – knapp über 20 waren es bei der Gründung –, aus den Fördermitteln des Landes und aus Spenden. 7000 Euro an Spenden gingen 2009 ein, berichtete Schatzmeister Frank Dehnke am Dienstagabend bei der Hauptversammlung im "Kö 3". Meist handelte es sich um kleinere Spenden, "für die wir sehr dankbar sind, denn in der Summe helfen sie uns, den Kindern zu helfen", unterstrich die Vorsitzende Karin Wroblowski. Und diese Hilfe sei angesichts des steigenden Bedarfs wichtiger denn je.

2009 musste der Verein die erste umfangreiche Steuererklärung abgeben. Es gab keinerlei Beanstandungen durch das Finanzamt. Die uneingeschränkte Gemeinnützigkeit des Vereins wurde bis einschließlich 2013 anerkannt. Damit sind Spenden an "Junges Gemüse" weiter in vollem Umfang absetzbar.

(RP)
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