Hückeswagen: Immer mehr Kicker beim RSV, aber neuer Vorsitzende ist nicht in Sicht

Hückeswagen : Immer mehr Kicker beim RSV, aber neuer Vorsitzende ist nicht in Sicht

Fußball boomt, nicht zuletzt durch den Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Davon profitiert auch der RSV 09 Hückeswagen, denn er wächst. "Im Vergleich zur Jahreshauptversammlung im vergangenen Jahr haben wir 17 zusätzliche Mitglieder zu verzeichnen", sagte Geschäftsführer Michael Steffens am Montagabend im Kolpinghaus. Der Verein bleibt nach Frank Höblers überraschendem Rücktritt im August jedoch weiterhin ohne Vorsitzenden; ein neuer soll erst im März 2016 gewählt werden.

Kassenprüfer Reiner Rey betonte: "Die Geschäfte werden so lange kommissarisch vom zweiten Vorsitzenden Michael Falk geleitet. Wir brauchen dann nicht nur einen neuen Vorsitzenden, sondern auch einen zweiten Kassierer und einen zweiten Geschäftsführer." Es könne nicht sein, dass sich alles auf eine Person konzentriere, wie es in der Vergangenheit der Fall gewesen sei. Rey fuhr fort: "Wir sind kein kleiner Verein, wir haben 250 Mitglieder. Das ist jetzt auch mein Aufruf an alle Anwesenden hier, sich einzubringen. So ein Verein ist wie ein kleines Unternehmen."

Dieser Aufruf schien nicht ganz unbegründet, wie die Frage eines Mitglieds verdeutlichte: "Was passiert denn, wenn auch 2016 kein neuer Vorstand gefunden wird?" Dann werde der Verein so lange kommissarisch geführt, bis sich ein neuer finde, stellte Steffens klar.

Zwar steht der Raspo wirtschaftlich auf soliden Füßen, allerdings wurde gerade von den älteren Mitgliedern fehlende Trainingsmoral der ersten Mannschaft bemängelt: "Eine Kreisliga-Mannschaft sollte bei einem Spiel zwölf bis 14 Mann aufbieten, das sollte bei einem Kader von 21 Spielern möglich sein", sagte jemand, der damit seine Sorge um den Verein ausdrücken wollte.

Rey fand die Kritik dennoch überzogen: "Es ist eine sportliche Entwicklung sichtbar. Die Frage ist doch: Funktioniert die Mannschaft? Ich finde: ja." Wenn sich auch die Jugend weiter so gut entwickele, könnte der RSV auch wieder eine A-Jugend stellen, "die der direkte Nachwuchs für die erste Mannschaft ist". Senioren-Trainer Stefan Rödel ergänzte mit Blick auf die jüngsten Niederlagen gegen Burscheid und Remscheid: "Wir haben eine gute Mannschaft. Und es werden auch wieder Spiele kommen, bei denen wir Erfolg haben." Die Spieler sahen ihren Trainer zu Unrecht kritisiert: "Wir stehen zu ihm. Er steckt eine Menge Ehrenamt und Elan ins Training", hieß es.

Ebenfalls zu Wort meldete sich eine Spielermutter, die sich über die positive Atmosphäre innerhalb des Teams äußerte: "Jetzt müssen wir halt sehen, wie die Saison verläuft." Derzeit steht der RSV auf dem siebten Tabellenplatz. In der vorigen Saison sah es dagegen lange Zeit nach einem Abstieg in die Kreisliga B aus.

(wow)
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