Im Obergischen Kreis ist die Zahl der Delikte weiterhin rückläufig.

Kriminalstatistik : Zahl der Straftaten auf Zehnjahrestief

Mit 11.833 registrierten Fällen wurden im Jahr 2018 sechs Prozent weniger Delikte im Oberbergischen Kreis begangen.

Landrat Jochen Hagt sagte zu Beginn der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2018, dass dies „ein spannender Moment“ sei – und auch ein schöner Moment. Denn Hagt sowie Florian Mohr, Leiter der Direktion Kriminalität, und Kreispolizeidirektor Ralf Schmid konnten erfreuliche Nachrichten überbringen: „Es ist eine sehr erfreuliche Statistik, denn in fast allen Bereichen können wir rückläufige Zahlen vermelden – außer im Bereich der Rauschgiftkriminalität.“ Dies sei aber dennoch eine positive Nachricht, sagte der Landrat, denn: „Dabei handelt es sich um ein Kontrolldelikt. Je mehr also kontrolliert wird, umso mehr wird man finden.“ Lediglich bei den Gewaltdelikten würde er sich noch geringere Fallzahlen wünschen, sagte Hagt. „Allerdings sind auch diese Fälle rückläufig.“

Insgesamt 11.833 Straftaten (2017: 12.553) wurden von der Kreispolizeibehörde im vergangenen Jahr registriert. Das waren 5,47 Prozent weniger als 2017. Ein Trend, der sich seit nunmehr zehn Jahren fortsetzt, wie Hagt sagte. Besonders erfreulich sei, dass die Delikte des Wohnungseinbruchsdiebstahls mit 40,38 Prozent von 478 Fällen im Jahr 2017 auf 285 Fälle im Vorjahr deutlich zurückgegangen seien. „Darin sind auch die versuchten Einbrüche enthalten – immerhin rund die Hälfte der Einbrüche konnten nicht erfolgreich abgeschlossen werden“, sagte Mohr. Hagt ergänzte: „Das freut uns besonders. Denn diese Form der Straftat wirkt besonders stark und traumatisch bei den Menschen nach.“ Der Landrat sagte weiter, dass vermutlich die erhöhte Form der Prävention mit für diese guten Zahlen verantwortlich zeichnete.

Überhaupt habe sich die Strategie, verstärkt auf Präsenz und Prävention zu setzen, durchaus ausgezahlt. „Zahlen sind das eine – es gilt, das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen gesondert zu betrachten. Und da sind wir, glaube ich, einen wesentlichen Schritt nach vorne gekommen“, sagte Hagt. So seien vermehrt Fußstreifen sowohl der Polizei als auch der Ordnungsämter im Rahmen der Ordnungspartnerschaft Sicherheit in den Straßen sichtbar gewesen. „Die Zahl der Mitarbeiter und der Fahrzeuge von Polizei und Ordnungsamt ist sichtbar gestiegen“, sagte der Landrat.

Der Oberbergische Kreis landete landesweit auf dem sechsten Platz der sichersten Städte, Kreise und Gemeinden von NRW, in neun der 13 Kommunen wurde eine geringere Zahl von Straftaten registriert. In Hückeswagen war es ein Minus von 3,3 Prozent, in Radevormwald ein Minus von 5,7 Prozent. Gestiegene Fallzahlen gab es beispielsweise in Wipperfürth (+1,7 Prozent) und Marienheide (+11,9 Prozent). In absoluten Zahlen waren das 501 Straftaten (2017: 518) in Hückeswagen und 881 Straften (2017: 934) in Radevormwald.

Betrachtete man einzelne Deliktfelder, so konnte man im Bereich der Wohnungseinbruchsdiebstähle in beiden Städten einen signifikanten Rückgang feststellen. In Hückeswagen wurden 2018 elf Fälle (2017: 25) registriert, das entsprach einem Minus von 56 Prozent, während in Radevormwald in 16 Wohnungen (2017: 24) eingebrochen wurde, hier ein Minus von 33 Prozent. Die Menschen würden, auch das wohl ein positiver Effekt der Präventionsveranstaltungen der Polizeibehörde, verstärkt auf ihre Wohnungen und Häuser achten und für die eigene Sicherheit sorgen.

Die Prävention sei hingegen nicht auf diesen Bereich beschränkt, sondern fange bereits im Kindergartenalter bei der Verkehrsschulung an, reiche über den Bereich des Cybermobbings im Jugendalter bis hin zur Rauschprävention und den Präventionsveranstaltungen für Senioren. „Alleine in diesem letzten Bereich gab es 19 Veranstaltungen im Vorjahr“, sagte Mohr. Denn die Deliktfelder der „falschen Polizisten“ oder des „Enkeltricks“ seien für die Täter lukrativ. „Hier ist die Vorbeugung und Information von Senioren und älteren Menschen besonders wichtig“, betonte Mohr.

Mehr von RP ONLINE