Im Bürgerbad in Hückeswagen gab es einen Tauch-Schnupperkurs für Kinder

Bürgerbad Hückeswagen : Atmen und schweben unter Wasser

Im Rahmen des Hückeswagener Ferienspaß-Programms bot die Tauchschule Hövel im Bürgerbad einen Schnupperkurs für Kinder an.

Allein das Tauchequipment, dass Cornelia Hövel mit wachem Blick und exakten Handgriffen kontrolliert, wirkt auf die Schnuppertaucher im Bürgerbad ein wenig furchteinflößend. Denn eine komplette Taucherausrüstung mit Gasflasche, Bleigurten und Flossen kann zwischen zehn und 20 Kilogramm schwer werden. „Heute lernen die Kinder bei uns aber vor allem, dass Tauchen eine unglaubliche Freude bereitet“, meinte Tauchlehrer Dirk Hövel bei der Einführungsrunde.

Für den Schnupperkurs, der am vergangenen Samstag als Veranstaltung für Kinder ab zehn Jahren als Programmpunkt im Hückeswagener Ferienspaß-Kalender angeboten wurde, hatten sich sechs Kinder angemeldet. Auch wenn das Ferienprogramm diese Altersbeschränkung vorschrieb, gibt es nach Erfahrung von Tauchlehrer Dirk Hövel generell keine Altersvorgaben, um das Tauchen zu lernen. „Mein ältester Schüler ist um die 60 Jahre alt. Meine eigene Tochter Svenja hat mit acht Jahren begonnen“, erklärte der Kursleiter. Der zwölfjährige Ole Konrads probierte aufgeregt die Atmung durch den Schnorchel aus und zerrte an den Gurten seines Neoprenanzuges. „Ich bin selber Segler. Und an der Bever beobachte ich deshalb oft ganz neugierig die geheimnisvollen Luftblasen, die von den Tauchern dort an die Wasseroberfläche gestoßen werden. Ich wollte schon lange wissen, wie es unter Wasser sein muss. Jetzt habe ich endlich die Gelegenheit dazu“, freute er sich.

Für Dirk Hövel, der seit 2017 als ausgebildeter Tauchinstruktor unterrichtet, steht die Sicherheit an erster Stelle. „Jeder Tauchkurs beginnt mit einer Theorieausbildung. Früher wurde dafür ungefähr ein Jahr eingeplant. Heute gibt es aber sehr gute Lehrbücher, mit denen die Schüler bereits nach vier Wochenendschulungen sicher und gut vorbereitet auf Tauchstation gehen dürfen“, erklärte er.

Bei dem Schnupperkurs für Kinder im Bürgerbad setzte er zusammen mit seiner Ehefrau und Assistentin Cornelia leichtere Ziele. „Die Kinder sollen ein Gespür für die Bewegung unter Wasser bekommen und Spaß daran haben. Sie machen die Erfahrung, wie sie unter Wasser atmen und schweben können. Sie lernen die Empfindung des dreidimensionalen Raums kennen.“

Tauchen kann lebensgefährlich sein, wenn Laien die falsche Ausrüstung benutzen und sich ungeschult mit dem Medium Wasser anlegen. Deshalb achteten Tauchlehrer Hövel und Helferin genau auf das Verhalten ihrer Schüler: „Wir geben den Kindern jeweils etwa 45 Minuten lang Einzelunterricht.“

Die zehnjährige Merle Mellin fühlte sich im beheizten Schwimmbadbecken pudelwohl. „Ich bin sowieso eine Wasserratte. Deshalb habe ich mich sehr darüber gefreut, dass mir meine Eltern diesen Tauchkurs zum Geburtstag geschenkt haben. Ich muss schließlich tauchen können, denn ich möchte später auf jeden Fall Meeresbiologin werden“, verkündete die angehende Nachwuchswissenschaftlerin überzeugt.

Für Cornelia und Dirk Hövel bedeutete der vergangene Samstag eine lange Zeit im Wasser und in Taucherausrüstung. Denn der Kurs für die Ferienkinder begann bereits um 10 Uhr und endete gegen 19 Uhr.

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