Hückeswagen: "Hüttenzauber" zieht Kunden

Hückeswagen : "Hüttenzauber" zieht Kunden

Kaum Kälte, kaum Stimmung: Das Weihnachtsgeschäft kommt nur langsam in Gang, sagen Einzelhändler in Hückeswagen. Zum "Hüttenzauber" erwarten sie am Wochenende aber auch Kunden aus der Umgebung.

Die besondere Atmosphäre auf dem Hückeswagener Weihnachtsmarkt hat sich im Bergischen herumgesprochen. Anders als in Großstädten, wo zwischen Kunsthandwerk und Glühwein auch mal Handyzubehör und Ein-Euro-Ramsch über die Theke geht, bieten hier örtliche Vereine und Händler ihre oft handgefertigten Waren, selbst gemachte Speisen und Getränke an.

Positiv für das Image der Stadt

Das kommt beim Publikum gut an, viele Besucher reisen extra aus umliegenden Städten und Gemeinden an. Jedenfalls war das in den zurückliegenden Jahren zunehmend so. Der "Hüttenzauber" am kommenden Wochenende, 2. bis 4. Dezember, ist nicht nur positiv für das Image der Stadt, er lässt auch die Kassen der Einzelhändler klingeln.

Zwar gebe es in der Umgebung weitere Märkte und Angebote, "aber Hückeswagen kann sich der Konkurrenz problemlos stellen", sagt der Chef des örtlichen Einzelhandelsverbandes, Dirk Sessinghaus. "Die Menschen schätzen die schöne Atmosphäre", ist er überzeugt. Wichtig sei aber, dass auch das Wetter am Wochenende mitspielt.

Am ersten Advent-Samstag in der vorigen Woche haben sich die Kunden offenbar noch mit Weihnachtseinkäufen in Hückeswagen zurück gehalten. "Ich habe die Islandstraße einige Male rauf und runter geschaut, da war die Frequenz nicht besonders hoch", sagt Sessinghaus, der seine beiden Modegeschäft in der Altstadt betreibt. Dies hätten auch einige Kollegen bestätigt.

"Das war nicht das, was wir uns erhofft haben", bestätigt etwa Manfred Walkhoff, Inhaber der gleichnamigen Parfümerie am Wilhelmsplatz. Von einem "guten Samstag" spricht dagegen rückblickend Spielwarenhändler Uwe Heinhaus: "Viele auswärtige Kunden haben uns erreicht." Allerdings ließ er auch Kataloge drucken und in der Region verteilen.

Das Weihnachtsgeschäft ist für Heinhaus überlebenswichtig. In den sechs Wochen vorm Fest mache er rund 40 Prozent des gesamten Jahresumsatzes. Auch er rechnet mit großem Kundenandrang zum "Hüttenzauber". "Ich denke, dass viele Menschen jetzt erst so richtig in Stimmung kommen." Die vergleichsweise milden Temperaturen in den vergangenen Wochen hätten den Beginn des Weihnachtsgeschäfts in diesem Jahr etwas nach hinten verschoben.

Markt bringt Leute und Umsatz

Kein Schnee, keine Kälte — darin sieht auch Geschäftsmann Karsten Schlickowey ("Stilmix") die bisherige Zurückhaltung der Kundschaft begründet. Aber zum ersten Advent sei die Stimmung umgeschlagen. "Da muss natürlich alles, was leuchtet, auf den Tisch", sagt Schlickowey. Leuchten wird auch der Weihnachtsmarkt-Stand vor seinem Laden: mit Kerzen, Fackeln und Windlichtern. "Der ,Hüttenzauber' ist enorm wichtig, er bringt Leute und Umsatz in die Stadt."

(RP)
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