Hückeswagens Historie im Heimatmuseum

Kulturstätten in Hückeswagen : Hückeswagens Historie im Heimatmuseum

Seit 1963 gibt das Heimatmuseum im Schloss Einblick in die Lokalgeschichte und ist schöne Dekoration für Trauungen.

Es wird immer wieder als „die gute Stube Hückeswagens“ bezeichnet: das Heimatmuseum im Schloss. Dabei ist es in seiner langen Geschichte bereits Kirche, Rathaus, Turnhalle, Kindergarten und sogar eine Art Abstellraum für den Bauhof gewesen. „Als Heimatmuseum werden die Räume erst seit 1963 genutzt“, erzählt Maybritt Schützenmeister, die das Museum seit 18 Jahren leitet. Ehrenamtlich, wie alle ihre Vorgänger auch.

Die ersten Planungen für ein Heimatmuseum seien beim Bergischen Geschichtsverein (BGV) bereits Ende der 1950er Jahre angestoßen worden. „Für den wohl größten Zeitraum, so von 1680 bis 1880, war der große Raum als Kirche genutzt worden, dann wurde die katholische Pfarrkirche gebaut – und der Raum Ende des 19. Jahrhunderts zum Rathaus“, erzählt Maybritt Schützenmeister. Sein heutiges Aussehen hat das Museum erst seit 2013. „Im Jahr seines 50-jährigen Bestehens wurde das in einer großen Gemeinschaftsleitung der Geschichtsvereine, des Landschaftsverbands und der Stadt umgebaut. Wie man das Heimatmuseum heute kennt, ist das Ergebnis dieser Arbeit von April bis August 2013“, erläutert die Museumsleiterin. Sie habe festgestellt, dass sich die Arbeit gelohnt habe. „Das hat sehr positive Auswirkungen auf die Verweildauer und die Besucherzahlen gehabt.“

Das Heimatmuseum befindet sich im rechten Schlossflügel – unterhalb und neben dem seit geraumer Zeit gesperrten Ratssaal. 2019 hat es das Museum sogar in einen Kalender geschafft. Foto: Stephan Büllesbach

Die damals neu installierte und ausziehbare Medienwand, in die auch ein Monitor integriert wurde, hat das Ihrige dazu beigetragen. „So können wir auf moderne Weise Inhalte vermitteln – etwa in den Filmen über Maria Zander, die Tuchindustrie oder die Exponate im Obergeschoss“, sagt Schützenmeister. Filme aus der Regionalgeschichte würden immer wieder durch neue Beiträge ergänzt, wie etwa der jüngst produzierte Film über die Bever-Talsperre. Maybritt Schützenmeister, die Geschichte und Germanistik studiert hat und fünf Jahre lang im Freiluftmuseum in Lindlar gearbeitet hat, bereitet ihr ehrenamtliches Engagement im Heimatmuseum in erster Linie große Freude. „Ich habe ein Faible für Lokalgeschichte und etwa in Schloss Burg Führungen gegeben. Als die Stadt mitteilte, dass eine neue Museumsleitung gesucht wird, habe ich nicht lange überlegt“, sagt die Hückeswagenerin, die hauptberuflich bei der Volkshochschule Wermelskirchen arbeitet. Ihre Hauptaufgabe als Museumsleiterin ist es, den Besuchern als Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stehen. „Wir haben viel einheimische Gäste, aber es kommen auch viele von außerhalb. Dann werden oft Fragen gestellt, was es in Hückeswagen und der Umgebung zu sehen und zu erleben gibt“, sagt sie. Dazu sei das Heimatmuseum entweder einzeln oder als Teil einer Stadtführung zu erleben. „Da ist man manchmal ganz überrascht, von woher die Leute zu uns kommen“, berichtet die Museumsleiterin. Für Kinder der dritten und vierten Klasse gebe es zudem Themenführung, etwa zu Ritter und Burgen.

Das Heimatmuseum hat es 2019 sogar zum Kalenderstar gebracht. „Der Bergische Geschichtsverein, Abteilung Oberberg hat einen Kalender mit dem Titel ‚Kostbarkeiten in oberbergischen Museen‘ herausgebracht. Darin ist aus Hückeswagen die Wiege der Maria Zander vertreten“, sagt Maybritt Schützenmeister. Immer wieder kämen auch Menschen auf sie zu, die zu Hause Histörchen hätten und wissen wollten, ob diese im Heimatmuseum untergebracht werden könnten. „Das sind schöne Kontakte, die ich immer genieße. So war etwa ein Geologe hier, der über das virtuelle Museum bei uns einen versteinerten Seestern entdeckt hat. Er hat ihn für eine Publikation entliehen – und als Replik ist er in anderen Museen hinterlegt worden“, berichte sie.

Aber auch jenseits der rein musealen Nutzung ist „die gute Stube“ bei den Hückeswagenern sehr beliebt. „Man kann sich hier trauen lassen, das Schloss ist einfach eine wunderschöne Kulisse. Es kommen auch viele Paare von außerhalb zu uns“, hat die Museumsleiterin festgestellt. Zudem gebe es viele Vorträge der Geschichtsvereine oder die regelmäßig stattfindenden Schlosskonzerte. Und nicht zuletzt empfange der Bürgermeister gerne seine Gäste im Heimatmuseum. „Hier ist auch das Goldene Buch der Stadt ausgestellt“, berichtet Maybritt Schützenmeister.

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