Ortsumgehung Hückeswagen „Stadtstraße war die absolut richtige Entscheidung“

Hückeswagen · Genau zehn Jahre sind es morgen, Samstag, her, dass der erste Spatenstich für den Bau der Alten Ladestraße gesetzt wurde. Bürgermeister Dietmar Persian zieht ein positives Fazit.

 Zirka 13.000 Autos und Lkw befahren täglich die Alte Ladestraße, die in den ursprünglichen Planungen als Stadtstraße bezeichnet wurde.

Zirka 13.000 Autos und Lkw befahren täglich die Alte Ladestraße, die in den ursprünglichen Planungen als Stadtstraße bezeichnet wurde.

Foto: Stephan Büllesbach

Es rollt und rollt und rollt auf der Alten Ladestraße. Seit acht Jahren schon entlastet die innere Ortsumgehung, auch Stadtstraße genannt, die Bahnhofs- und Peterstraße. Fuhren früher bis zu 17.000 Fahrzeuge am Tag über die Bundesstraße im Zentrum, ist es heute noch ein Viertel. Nach Zählungen von 2015 steuert die Mehrzahl der Fahrer ihre Autos, Lkw und Motorräder über die Alte Ladestraße – etwa 12.600 am Tag. Kein Wunder, dass Bürgermeister Dietmar Persian im Gespräch mit unserer Redaktion sagt: „Die Stadtstraße war die absolut richtige Entscheidung.“ Er war vor zehn Jahren dabei, als sein Vorgänger Uwe Ufer zusammen mit den CDU-Politikern Klaus-Peter Flosbach (Bundestag) und Peter Biesenbach (Landtag) sowie Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper symbolisch den ersten Spatenstich setzte (s. unten stehenden Bericht).

Persian, der 2009 im Bauamt arbeitete und als Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft HEG mit den Grundstückangelegenheiten der Stadtstraße betraut war, war zunächst skeptisch gewesen. „Es gab doch einige finanzielle Fragen zu klären, denn der Bau war schließlich eine hohe Belastung für die Stadt“, sagt er. Die Gesamtkosten betrugen 10,5 Millionen Euro, wovon das Land die Hälfte übernahm, den Rest teilten sich Stadt und Bund. „Wir haben große Unterstützung vom Land bekommen“, erinnert sich der Bürgermeister. Vor allem der heutige Justizminister Peter Biesenbach hatte sich damals vehement für seine Heimatstadt eingesetzt.

Die Planer machten offenbar einen guten Job. „Sie haben mit ihren Berechnungen richtig gelegen“, konstatiert Persian. Der Verkehr durch die Innenstadt fließt heute deutlich flüssiger, und die Staus im Berufsverkehr gehören in der Regel der Vergangenheit ein. Die Stadtstraße kommt somit ihrer Funktion nach, den Großteil des Verkehrs aus der Innenstadt fernzuhalten. „Und das, ohne den Stadtkern abzuschneiden“, betont der Bürgermeister. Nur durch die Stadtstraße sei es gelungen, den Umbau des Etapler Platzes so umzusetzen, wie der sich heute darstelle.

Zudem kommt der Stadtstraße eine weitere, eher dekorative Bedeutung zu. Denn der Bergische Kreisel im Bereich Mühlenweg / Bach- / Berg- / Rader Straße sei nicht nur der neue Knoten Hückeswagens, sondern auch das schön gestaltetet Eingangstor zur Stadt, versichert Persian. „Vor allem von Auswärtigen bekommen wir immer wieder zu hören, wie schön der Bergische Kreisel mit seinem Stadtwappen und der Bepflanzung doch ist“, sagt er.

Auch wenn der Großteil des Verkehrs über die Alte Ladestraße rollt, so ist sie doch „nur“ eine Gemeindestraße. Bundesstraße bleibt die weniger frequentierten Bahnhofs- und Peterstraße. Das liegt daran, dass die Stadtstraße durch das Land nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz (GFG) bezuschusst wurde. Erst wenn irgendwann einmal die äußere Ortsumgehung auf den Trassen der K 5 und der L 68 realisiert sein sollte, können Bahnhofs- und Peterstraße auf eine Gemeindestraße zurückgestuft werden. Die äußere Ortsumgehung wäre dann die B 237, Bach-, Friedrichstraße und die Straße bis Kammerforsterhöhe würden – als Fortführung der Rader Straße – zur B 483.

Da das aber wohl noch mehrere Jahre dauern wird, will die Stadtverwaltung schon früher die Bahnhofstraße verkehrsberuhigen. Auch wenn sie offiziell noch eine Bundesstraße ist. „Wir wollen nicht so lange warten, bis wir die Straße umgestalten“, erklärt Persian. Dazu werde es Gespräche mit dem Baulastträger, dem Landesbetrieb Straßen.NRW, geben. „Es gibt Beispiele aus anderen Orten, wo schon vorab gestalterische Maßnahmen umgesetzt wurden.“ Solche seien gerade im Hinblick auf die Umgestaltung von Bahnhofs- und Wilhelmplatz im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) für die Innenstadt notwendig. Ideen dazu sollen in der zweiten Jahreshälfte vorgestellt werden.

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