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Hückeswagenerin Beatrix Geßner erzählt über ihr Fachabitur in Corona-Zeiten

Hückeswagenerin Betarix Gessner : Zum Fachabitur in Zeiten von Corona

Die 18-jährige Beatrix Geßner ist einer jener jungen Menschen, die in diesen Tagen ihr Abitur oder ihren Schulabschluss absolviert haben. Die Hückeswagenerin fühlte sich trotz Unterrichtspause gut vorbereitet.

Abschlussprüfungen sind auch unter normalen Rahmenbedingungen Dinge, denen man als Betroffener durchaus mit gesundem Respekt begegnet. Wie sieht das dann aus, wenn diese Rahmenbedingungen – wie aktuell durch das Coronavirus – deutlich verändert sind? Beatrix Geßner erzählt.

„Ich habe das Berufskolleg in Wermelskirchen besucht und dort das Fachabitur in Gesundheit und Soziales gemacht“, berichtet die junge Frau. Wie allen anderen Schülern in Nordrhein-Westfalen war auch Beatrix Geßner und ihren Mitschülern am 13. März verkündet worden, dass die Schulen wegen des Coronavirus bis auf weiteres geschlossen würden. Ihre erste Prüfung stand am 5. Mai an. Eigentlich hätten die Prüflinge sich in diesen knapp acht Wochen mit ihren Lehrern in der Schule vorbereiten sollen. „Wir mussten jetzt zu Hause lernen, standen per E-Mail mit den Lehrern in Kontakt, und einige von ihnen haben ab und zu Video-Konferenzen angeboten. Im April gab es insgesamt vier Präsenztage für die Abschlussklassen“, berichtet die 18-Jährige. Die Schüler mussten das per E-Mail versandte Material bearbeiten und bekamen dann die Rückmeldung ebenfalls digital. „Es fehlte schon das unmittelbare Feedback von Lehrern und Mitschülern. Die Aufgaben waren Teil unserer Abschlussnote“, sagt die Hückeswagenerin.

Beatrix Geßners Prüfungsfächer für das Fachabitur waren Englisch, Mathe, Deutsch und Erziehungswissenschaften. Sie habe sich insgesamt gut vorbereitet gefühlt, versichert sie. „Das hängt allerdings natürlich auch damit zusammen, wie gut man alleine lernen kann. Mir ist das, glaube ich, ganz gut gelungen“, sagt Beatrix Geßner lachend. Zwar bekomme sie die Ergebnisse erst in diesen Tagen mitgeteilt, sie habe aber ein gutes Gefühl. „Unsere Zeugnisse bekommen wir am 19. Juni, dann sollte eigentlich auch unsere Abschlussfeier sein – aber die dürfte dann wohl auch Corona zum Opfer fallen“, sagt Beatrix Geßner.

Was ihr auch geholfen habe, sei die Tatsache gewesen, dass eines immer festgestanden habe: „Es stand nie zur Debatte, ob unsere Abschlussprüfungen stattfinden oder verschoben werden“, sagt die 18-Jährige. Es habe sich lediglich die Räumlichkeit für die Prüfung geändert. „Denn sonst finden die in der großen Aula statt, wir waren aber jetzt in kleineren Gruppen auf die Klassenzimmer verteilt“, sagt Beatrix Geßner.

Nach der Prüfung ist vor der Ausbildung: Und so geht es auch für Beatrix Geßner schon bald weiter in Richtung ihrer beruflichen Zukunft. „Ich beginne ab August die praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin. Die theoretische Ausbildung ist in dieser Form erstmals in Wermelskirchen möglich, die praktische Ausbildung mache ich im Margarete-Starmann-Familienzentrum an der Montanusstraße“, sagt die 18-Jährige zufrieden. Zufrieden auch, weil sie ihre Prüfung trotz der ungewöhnlichen Umstände gemeistert hat.