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Hückeswagener: Zum Nachtdienst im Tankstellen-Shop

Nachtschicht : Zum Nachtdienst im Tankstellen-Shop

Noah Mansaray arbeitet seit einem knappen Jahr in der Shell-Tankstelle an der Peterstraße. Dort ist er auch in der Nachtschicht eingesetzt. Dann ist zwar wenig los, anstrengend ist es aber dennoch.

Auch wenn die Shell-Tankstelle an der Peterstraße ihre Eingangstüre nachts nicht mehr öffnet, wird dort trotzdem 24 Stunden am Tag gearbeitet. Schließlich könnte vorbeifahrenden Autos auch nachts der Sprit knapp werden. Während nun also die meisten Menschen im Bett liegen und schlafen, gibt es Menschen wie den 20-jährigen Noah Mansaray, die nachts die Stellung an der Zapfsäule halten. „Unsere Nachtschicht beginnt gegen 21.30 Uhr mit einer kurzen Übergabe vom Tagdienst“, sagt der 20-Jährige, der seit Juni 2018 derzeit hauptberuflich an der Tankstelle arbeitet. Gegen 22.30 Uhr schaltete er den Mechanismus der Glastüre aus, dann müssen die Kunden zum Nachtschalter kommen, um zu bezahlen. „Das hat Sicherheitsgründe, auch wenn hier in Hückeswagen meines Wissens nach noch nie was passiert ist“, sagt Mansaray.

Nun ist die Schloss-Stadt aber natürlich eine Kleinstadt, so dass sich der Betrieb am Nachtschalter in Grenzen hält. „Zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens ist wirklich ziemlich wenig los“, sagt Mansaray. Wenn zehn Kunden kämen, dann wäre das schon eine ganze Menge. So habe er dann viel Zeit für die übrigen Arbeiten, die der Nachtdienst zu erledigen habe. „Dazu gehört, den Verkaufsraum sauber zu machen – die Böden werden gewischt, die Waren in den Regalen werden geordnet und aufgefüllt und das Bistro komplett saubergemacht“, zählt der 20-Jährige auf. Und auch die nicht verkauften Zeitungen müsse er auslesen. „Das nennt man so, wenn sie am nächsten Morgen wieder zurückgeschickt werden“, sagt Mansaray. Die Tankstellenmitarbeiter arbeiten in rotierender Wechselschicht. Jede Woche wird ein anderer Kollege in der Nachtschicht eingesetzt.

Die Tankstelle ist auch Servicepoint für einen Paketdienst. „Es kommt tatsächlich auch ab und zu einmal vor, dass nachts Leute mit ihren Paketen kommen, die sie abgeben möchten“, sagt Mansaray. Die dürfen dann aber nicht größer als der Schubladentisch am Nachtschalter sein, denn die Tür bleibt nachts konsequent zu. „Wenn das nicht passt, kann ich es leider nicht entgegennehmen“, sagt der 20-Jährige. Gleiches gelte im Umkehrschluss, wenn Waren zu groß sind und nicht in die Schublade passen. „Wenn jemand etwa einen Kasten Bier kaufen will, dann geht das leider nicht.“

Mansaray hat die Stelle bei der Tankstelle in Vollzeit angetreten, nachdem er sein Fachabitur an der Hückeswagener Realschule absolviert hat. Für den 20-Jährigen ist es ein temporärer Job, um Geld zu verdienen. „Ich möchte später mal im IT-Marketing arbeiten. Aber für den Moment ist das gut so, denn dank der Zuschläge für die Nachtschicht verdiene ich auch als ungelernte Kraft ganz ordentlich“, sagt der Hückeswagener. Zudem sei die Arbeit nicht allzu anstrengend und die Wünsche der Kunden in aller Regel nicht ausgefallen. „Wenn sie nicht tanken wollen, möchten die meisten irgendeine Form von alkoholischen Getränken – oder etwas aus dem Bistro, wenn noch etwas übrig sein sollte“, sagt Mansaray. Das gegen Morgen wieder aufzufüllen, gehöre auch zu seinen Aufgaben in der Nachtschicht, sagt der 20-Jährige. „Um vier Uhr morgens fange ich damit an, Brötchen aufzubacken, damit die Frühschicht versorgt ist.“ Er kümmere sich zudem darum, dass die verschiedenen Brötchen belegt und geschmiert seien.

Auch wenn die Arbeit nicht sehr anstrengend sei, merke er nach einer Nachtschicht doch, dass er mehr Schlaf brauche. „Es ist eben schon ein Ausbrechen aus dem normalen Schlafrhythmus, man kommt da durcheinander“, sagt der 20-Jährige. Da er aber in fußläufiger Entfernung zu seinem Arbeitsplatz wohne, sei das kein besonderes Problem. „Ich bin in zehn Minuten zu Hause, dort habe ich auch eine dicke Gardine, so dass ich keine Schwierigkeiten mit dem Einschlafen habe.“ Und das gelte, der Gardine sei Dank, sowohl für den Winter als auch den Sommer.