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Hückeswagener Winnie Boldt eine handgemachte musikalische Wundertüte

Musik aus Hückeswagen : Handgemachte musikalische Wundertüte

Winfried Boldt hat eine CD mit dem Titel „Rückblick“ aufgenommen. Darauf sind 18 Songs aus dem umfangreichen Repertoire des Hückeswageners enthalten, die für wohlige Laune sorgen.

Die meisten Hückeswagener werden Winfried Boldt als immer gutgelaunten Musiker kennen, der mit seiner Band „Winni and Friends“ bekannte Pop- und Rocksongs bei mehrstündigen Konzerten in der Schloss-Stadt und der Umgebung auf die Bühne bringt. Oder als ehemaligen Inhaber der Firma Wibotex – die Firma hat er 2016 an seinen Sohn Christian übergeben. Oder auch als Fahrer und Vorsitzenden im Bürgerbus-Verein, der seit mehreren Jahren dafür sorgt, dass vor allem ältere Menschen, die eher außerhalb wohnen und nicht mehr so mobil sind, in die Schloss-Stadt und zurück nach Hause kommen können.

Jetzt hat er, nach überstandener Krebs-Erkrankung, sich und den Fans seiner Musik ein ganz besonderes Geschenk gemacht: Die CD „Rückblick“ ist nach etwa eineinhalb Jahren Arbeit fertig und wird offiziell am Freitag, 18. Februar, mit einem Konzert im Kultur-Haus Zach vorgestellt. Darauf enthalten sind 18 Songs, lauter echte Klassiker der Pop- und Rockgeschichte. Mit der CD habe er einen Querschnitt aus den mehr als 100 Stücken zusammenstellen wollen, die er seit dem Beginn von „Winnie and Friends“ im November 2008 in sein Repertoire aufgenommen habe, berichtet Winfried Boldt im Gespräch mit unserer Redaktion. Was nicht nur dem mathematischen Laien problematisch erscheint, wie er sagt und lacht. „Ich denke daher schon jetzt an eine zweite CD, die ich in Angriff nehmen werde.“

 „Rückblick“ heißt die neue CD von Winni Boldt, die 18 Songs umfasst. Eine weitere ist bereits geplant.
„Rückblick“ heißt die neue CD von Winni Boldt, die 18 Songs umfasst. Eine weitere ist bereits geplant. Foto: Boldt
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Aufgenommen hat der 71-Jährige die 18 Songs auf „Rückblick“ in seinem heimischen Tonstudio im ehemaligen Kinderzimmer seines Hauses. „Im Mai 2020 habe ich damit begonnen, im April hatte ich meine Krebsdiagnose bekommen“, erinnert sich Boldt zurück. Bis auf das Saxofon von Sabine Schmelzer-Beversdorff und ein Gitarrensolo von Thomas Olender habe er alles selbst eingespielt und aufgenommen. „Bei einigen Stücken sind aber auch die ‚Friends‘ Rolf Kampa am Bass und Burkhard Wigger an der Gitarre zu hören. Außerdem übernehmen Sina Isenberg, Shenja Schnippering und auch Sabine Schmelzer-Beversdorff die weiblichen Gesangsparts“, sagt Boldt.

Natürlich sind „Winni and Friends“ vor allem in der Live-Situation mitreißend. Aber dennoch funktioniert „Rückblick“ auch in der heimischen Stereoanlage. Das liegt nicht nur an der sehr cleveren Song-Auswahl, bei der so manche Perle ganz neu zu entdecken ist. Sondern man merkt der CD die etwa 1000 Stunden Arbeit durchaus an, die ihr Erschaffer in ihre Produktion gesteckt hat. Die Arrangements, die Boldt in den Proben vor Konzerten schon mal kurzerhand ändert, sind auf Konserve sehr gut durchdacht, ergeben Sinn und machen aus dem einen oder anderen Klassiker ein beinahe neues Stück. So etwa bei „And I Love Her“ von den Beatles. Das ist in der Boldtschen Lesart zwar ähnlich zurückhaltend instrumentiert, versprüht jedoch durch veränderte Rhythmik ein durchaus anderes Flair.

Gleiches gilt für die richtiggehend niedliche Version des Musical-Hits „Somewhere Over The Rainbow“, das von einem wunderbaren Saxofon-Solo aufgehübscht wird. Der Jazz-Klassiker „Autumn Leaves“ ist hingegen seines komplizierten Aufbaus etwas entledigt worden, so dass es beinahe wie eine reduzierte Beatles-Nummer klingt. Bei Dusty Springfields Soul-Klassiker „Son Of A Preacher Man“, Caro Emeralds Spaß-Pop-Song „A Night Like This” oder dem Chanson „La Vie En Rose”, der vor allem von Grace Jones bekanntgemacht wurde, erklingen hingegen strahlende Frauenstimmen.

Und auch die weiteren Songs machen beim Zuhören einfach nur Spaß: „Ain’t No Sunshine“ von Bill Withers etwa, oder die Stones-Nummer „Ruby Tuesday“, der Blues-Standard „Nobody Knows You“, der vor allem von Eric Clapton bekannt wurde, das rau dargebotene „N‘oubliez Jamais“ von Joe Cocker oder der Pop-Hit „Another Cup Of Coffee“ von Mike & The Mechanics. Seine rheinischen Wurzeln kann der 71-Jährige hingegen bei der wunderschönen BAP-Ballade „Do kanns zaubere“ ausleben, bergisch eingefärbtes Kölsch inklusive. Und auch die zweite deutschsprachige Nummer, „Weil ich dich liebe“ von Marius Müller-Westernhagen, ergänzt die sonst weitestgehend englischsprachigen Songs wunderbar.

Man darf nun auf zwei Dinge gespannt sein – die Live-Umsetzung im Kultur-Haus Zach zum einen, die bereits angekündigte zweite CD zum anderen.