Hückeswagener Weihnachtsmarkt in neuem Ambiente Gelungene Premiere vor dem Schloss

Hückeswagen · In schönem Ambiente und mit einem ausgewogenen Mix an handgefertigten Waren, Speisen und Getränken wurde der erste Hüttenzauber auf dem Schlossplatz zu einer gelungenen Standort-Premiere.

Hüttenzauber vor dem Schloss Hückeswagen
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Hüttenzauber vor dem Hückeswagener Schloss

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Foto: Stephan Büllesbach

Trotz gründlicher Planung für den Hückeswagener Weihnachtmarkt „Hüttenzauber“ – auf das Wetter hatten die Organisatoren des Stadtmarketings keinen Einfluss. Aber selbst das spielte mit, als am Freitag der Hüttenzauber nach zwei corona-bedingten Ausfällen erstmals wieder eröffnet wurde. Mit Temperaturen um den Gefrierpunkt und einigen sanften Schneeflocken schmeckte der heiße Glühwein den Besuchern besonders gut und wärmte zudem Hände und Körper.

Die Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt hätte am Wochenende nicht besser sein können. Den Besuchern war deutlich anzumerken, dass sie nach der langen Durststrecke während der Corona-Pandemie und aufgrund der vielen beängstigenden Nachrichten aus der Welt diese willkommene Abwechslung als kleine Auszeit vom Alltag durchaus zu schätzen wussten.

Dass der Weihnachtsmarkt von der Islandstraße erstmals auf den Schlossplatz und entlang der Kirchenmauer der Pauluskirche aufgebaut wurde, empfanden die meisten Hückeswagener als auch Auswärtige als zusätzlichen Pluspunkt. „Hier ist es viel schöner als in der Stadt. Andere Städte würden sich alle zehn Finger nach solch einem Standort lecken“, sagte Alexandra Höller, die sich mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt getroffen hatte.

Als besonders angenehm wurde empfunden, dass die Holzhütten, von denen der Weihnachtsmarkt seinen Namen hat, alle eng beieinander aufgebaut wurden, was noch mehr Gemütlichkeit aufkommen ließ. Die heimische Küche konnte von Freitagabend bis einschließlich Sonntag getrost unbenutzt bleiben, denn die Auswahl an kulinarischen Angeboten war groß – auch wenn es Glühwein, Curry- und Bratwurst gleich an mehreren Ständen zu kaufen gab. Gut angenommen wurde der frisch gekochte Grünkohl – mit Mettwurst oder als vegane Variante – den vier befreundete Ehepaare an der Schlossmauer anpriesen. „Wir machen seit 2011 beim Hückeswagener Weihnachtsmarkt mit und es macht einfach Spaß“, sagte Alf Buchner. Ein Teil des Erlöses spenden die Freunde für einen guten Zweck – in diesem Jahr sollen die Einnahmen der Christlichen Islandtafel zugutekommen.

Einen angenehmen Duft verströmte auch der Räucherfisch von „Smoker Hayo“ und der benachbarte Stand mit portugiesischen Spezialitäten, der auch zu den regelmäßigen Standbetreibern des Hückeswagener Feierabendmarkts zählt. Die Manufaktur „Mehrwert Kaffee“ aus Oberdorp hatte nicht nur fair gehandelte Kaffeebohnen im Angebot, sondern auch passende süße Beilagen wie Bergische Butterkekse, Müsli, Fruchtaufstriche aus Hückeswagen und spanische Pralinen. „Alles Erzeugnisse aus Familienunternehmen“, betonte Geschäftsführer Chris Pfeiffer. Seit der Gründung des Unternehmens vor fünf Jahren beteiligt es sich auch am Hüttenzauber. „Wir entwickeln uns und unseren Stand stetig weiter, so dass wir zu einem Genussstand geworden sind“, fügt Pfeiffer hinzu. Aus der Nachbarstadt Wipperfürth stellten Benny und Ferdi Braun ihr selbstgebrautes Bier vor. Mit im Angebot ein Glühbier – bestehend aus heißem Bier, Rum und Saft, das geschmacklich durchaus überzeugen konnte. Besonders erfreulich war auch die Anzahl an heimischen Vereinen, die mit einem Stand vertreten waren. So war die Löschgruppe Holte an ihrem vom Altstadtfest her bekannten Standplatz an der Kirchenmauer zu finden. „Für alle, die ihre eigene Tasse mitbringen, gibt es den Schuss im Glühwein umsonst. Das ist unser ökologischer Beitrag“, kündigte Silke Lemmen zum Hüttenzauber-Auftakt an. Eine begehbare Hütte hatten die Motocross-Freunde Herweg vor dem Heimatmuseum errichtet, in der unter anderem Flammkuchen gebacken wurden. Zum Aufwärmen diente die Hütte jedoch am Freitag noch nicht. „Es gab Probleme mit der Stromversorgung, weshalb wie die Heizung nicht einschalten konnten“, erklärte Sabine Wohlert. Ebenso vertreten waren Schützenverein, CVJM, RSV, SC Heide, ATV-Handballer, Tennisclub Blau-Rot, Imkerverein 1918 sowie das Jugend- und Sozialwerk Gotteshütte.

Das Warenangebot bestand zum überwiegenden Teil aus Kunsthandwerk und selbstgemachten Handarbeiten. Die „Herstellerey“ von Andreas Kölsch war dabei ebenso vertreten wie Jörg Neumann mit kreativen Adventskränzen – beide aus Hückeswagen. Die weiteste Anreise hatte wohl Tanja Behnke aus Belgien, die mit ihren selbstgenähten Mützen und Kindersachen in der Region durchaus ihre Stammkunden hat. „Ich hatte mal einen Laden in Radevormwald und habe auch Nähkurse gegeben“, erklärte sie. Zum Hückeswagener Weihnachtsmarkt war sie aufgrund von Energiekrise und der finanziellen Mehrbelastung der Menschen ohne große Erwartungshaltung gekommen. „Ich freue mich einfach über jeden, der kommt“, sagte Tanja Behnke.

Hüttenzauber-Perspektive: ein Blick aus dem Schlossfenster auf den Schlossplatz mit seinen zahlreichen Buden.

Hüttenzauber-Perspektive: ein Blick aus dem Schlossfenster auf den Schlossplatz mit seinen zahlreichen Buden.

Foto: Jürgen Moll

Das kleine Rahmenprogramm zum Hüttenzauber mit Fackelzug, Bimmelbahn-Fahrten mit dem „Neye-Express“, Open-Air-Chorkonzert, verkaufsoffenem Sonntag und Kulturmesse im Haus Zach rundete die Veranstaltung zusätzlich ab.

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