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Hückeswagener übt Kritik an Corona-Management des BAV

Bürgermonitor für Hückeswagen : Kritik an Corona-Management des BAV

Der Wertstoffhof, An der Schlossfabrik, ist zwar seit vorigem Dienstag wieder geöffnet, ein Hückeswagener ist dennoch ungehalten über den das Verhalten des Bergischen Abfallwirtschaftsverbands (BAV).

Nein, zufrieden mit dem Corona-Management des Bergischen Abfallwirtschaftsverband ist Uwe Mareck nicht. Daher schrieb der Hückeswagener der Geschäftsleitung des BAV eine Mail, in der er die mehrwöchige Zwangsschließung und die Organisation der Anlieferung von Privatleuten scharf kritisierte. Darin heißt es: „Der Bringhof ist für alle Hückeswagener eine Bereicherung und Erleichterung mit seinen tollen Mitarbeitern. Ihn jedoch zu schließen – ohne Information an die Bürger, lediglich ein kleiner Hinweis am Tor – und ohne Vorkehrungen zu treffen, das wenigstens der Bringhof mit allen Sicherheitsmaßnahmen (..) weiter geöffnet bleiben konnte, ist schon ein Unding.“

Jeder Bürger hätte sich mit Sicherheit den Anordnungen der Mitarbeiter – „die immer eine Toparbeit leisten und immer eine für den Bürger positive Art haben“ – untergeordnet und Folge geleistet, damit eine Abgabe zumindest für Sperrmüll und Grünschnitt möglich gewesen wäre.

Auf Anfrage unserer Redaktion verteidigt Göddertz, Leiterin Kommunikation beim BAV, die Schließung und verweist einmal mehr auf die Bildung separater Versorgungsteams. Sie hätten in den etwa vier Wochen der Schließung auf den Wertstoffhöfen die Reserve für die Fahrer der Müllfahrzeuge gebildet, wären diese mit dem Virus infiziert worden und ausgefallen.

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Marecks Kritik betrifft zudem die Wiedereröffnung des Wertstoffhofs und die damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen. Er fragt den BAV: „Warum darf nur eine Person im Auto auf das Gelände fahren?“ Viele ältere und nicht so kräftige Menschen hätten als Begleitpersonen meistens Familienmitglieder mit im Auto als Hilfe. Der Abstand wäre immer gewährleistet, da eh nur einer auf die Treppe am Container steigen könne. Der Hückeswagener schließt mit der Bitte um „eine baldige Veränderung vor Ort“.

In diesem Fall verweist Annette Göddertz auf die in der vorigen Woche getroffenen Sicherheitsvorkehrungen für die Anlieferung. Darinheißt es unter anderem, dass die Bürger zwar gebeten werden, nach Möglichkeit allein zu kommen. Falls erforderlich könne aber maximal eine weitere Person als Hilfe zum Entladen mitkommen. Das sei auch bei der Wiedereröffnung am vorigen Dienstag in Hückeswagen mitunter der Fall gewesen. „Unsere erprobten Mitarbeiter haben berichtet, dass manchmal zwei Erwachsene im Autos saßen und sich gegenseitig halfen“, teilt die BAV-Sprecherin mit. „Manche sind halt nicht gut zu Fuß.“ Zudem seien die Mitarbeiter an den Autos in der langen Schlange entlanggegangen und hätten die Fahrer über die Sicherheitsregeln informiert. In diesem Zusammenhang lobt sie die Anlieferer des Wertstoffhofs: „Das ist sehr gesittet abgelaufen – ganz im Gegenteil etwa zu Köln.“

Einige Hückeswagener hatten am Dienstag eine lange Wartezeit auf sich genommen, obwohl sie nur einen Gelben Sack oder ein Elektrokleingerät abgeben wollten. Annette Göddertz rät daher, auf die nächste Abfur der Säcke zu warten. „Die werden weiter, wie bisher, abgeholt“, versichert sie. Und für Elektrokleingeräte lohne eher der Weg zu den entsprechenden Containern, von denen es in Hückeswagen neben dem Wertstoffhof zwei gibt: vor dem Aldi-Markt an der Alten Ladestraße und auf Wiehagen an der Altenberger Straße.