Hückeswagener Tischlergesellin holt 3. Preis bei Innungswettbewerb

Ausbildungsende : Tischlergesellin holt 3. Preis bei Innungswettbewerb

Unter den 53 Tischlergesellen aus dem Bergischen Land, die jetzt losgesprochen wurden, war mit Katharina Brunsbach auch eine junge Frau aus Hückeswagen. Sie erhielt zudem eine besondere Auszeichnung.

Bei der Lossprechung der 53 Tischlergesellen des Bergischen Landes im Lindlarer Fachbetrieb Holz Richter waren auch die Gesellenstücke der Jung-Tischler zu sehen, die über die Möbelausstellung verteilt waren. Die Hückeswagenerin Katharina Brunsbach, die ihre Ausbildung beim Kürtener Betrieb Korte Einrichtungen GmbH gemacht hatte, wurde dabei mit dem 3. Preis des Innungswettbewerbs „Die Gute Form“ ausgezeichnet. Die 22-Jährige hatte einen Schreibtisch konstruiert und gebaut. Aus praktischen Gründen, wie sie zugibt: „Ich kann den künftig selbst ganz gut gebrauchen.“ Wird die Hückeswagenerin doch zum kommenden Wintersemester Produktdesign an der Technischen Hochschule Aachen studieren. Der Jury hatte besonders die klar strukturierte und aufs Wesentliche reduzierte Form gefallen.

Bevor die 53 Frauen und Männer ihre Gesellenbriefe überreicht bekamen, gab ihnen unter anderem Frauke Göttsche, die Leiterin des Berufskollegs Opladen, in kurzen Worten die guten Wünsche der Lehrerschaft mit auf den Weg: „Mit Ihrem Abschluss haben Sie die Zuversicht erworben, etwas bewältigt zu haben. Das gilt nicht nur für Ihr Gesellenstück, sondern auch für Ihr künftiges Leben, eine Familie, die sie gründen, ein Haus, das sie bauen werden.“ Kreishandwerksmeister Willi Reitz versicherte, dass er gerne bei den Tischlern und der Handwerker „der geilste Beruf der Welt“ sei. Er betonte bei dieser Gelegenheit das große Privileg eines geeinten Europas. „Ich persönlich finde das großartig. Ihr habt bis jetzt die Freiheit genießen dürfen. Sorgt dafür, dass Ihr das auch weiterhin könnt“, gab er den jungen Gesellen mit auf den Weg. Das sei die Pflicht eines jeden Demokraten „und eines jeden Handwerkers sowieso“. Schließlich wünschte Achim Culmann, Obermeister der bergischen Tischler, den Gesellen, dass sie wachsam, neugierig und skeptisch blieben.

Unter den 53 Gesellen war Katharina Brunsbach die einzige aus der Schloss-Stadt. „Ich wollte nach dem Abitur etwas Handwerkliches machen, mit Holz“, sagte die 22-Jährige, die nach dem Abitur am St.-Angela-Gymnasium Wipperfürth zunächst ein Semester Architektur in Wuppertal studiert hatte. Die junge Frau lobte vor allem die außerbetriebliche Ausbildung in Köln. „Dort lernt man die verschiedenen handwerklichen Techniken sehr gut. Im Betrieb war es bei mir eher eintönig, weil dort nur Theken gebaut werden“, sagte die 22-Jährige Brunsbach. Da habe ihr nach einer gewissen Zeit die Abwechslung gefehlt.

(wow)
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