Hückeswagener Start-Up importiert Kaffee aus Kenia

Fair gehandelter Kaffee : Hückeswagener lagern kenianischen Kaffee in Bremen

Jörn Carsten Pfeiffer ist erleichtert. Am vergangenen Montag war er zusammen mit seinem Sohn Chris Pascal und seinem Neffen Michael Patrick im Containerhafen in Bremen, um dort die erste Containerladung Kaffeekirschen aus Kenia in Empfang zu nehmen.

Den hatten die drei Geschäftsführer des Hückeswagener Start-Ups „Mehrwert Kaffee“ von Kleinbauern aus dem kenianischen Hochland gekauft. Rund sieben Tonnen Rohkaffees befanden sich in dem Container.

Die Lieferung ist angekommen: Jörn Carsten Pfeiffer (r.) und Chris Pascal Pfeiffer laden den Container aus. Foto: Pfeiffer

Im Vergleich zu den Lieferungen der Kaffee-Riesen eine verschwindend kleine Menge. Dafür sei dieser Kaffee aber sowohl qualitativ sehr hochwertig als auch besonders fair gehandelt, wie Jörn Carsten Pfeiffer betont. „Die Kleinfarmer, von denen wir den Kaffee beziehen, haben keine Chance, ihre Ware an den Kaffeebörsen in Nairobi zu fairen Preisen abzusetzen.“ Daher hätten die drei Hückeswagener im August 2017 entschieden, ihr Start-Up mit dem Ziel zu gründen, den Rohkaffee direkt zu importieren. „So können wir den Farmern einen fairen Verkaufspreis von 30 Prozent über dem Weltmarktpreis garantieren“, sagt Chris Pascal Pfeiffer.

Nachdem man in den vergangenen zwölf Monaten den Markt sondiert, daraufhin die Firma „Mehrwert Kaffee“ gegründet und auch vor Ort in Kenia die Lebens- und Arbeitsbedingungen kennengelernt hatte, war nun der große Moment gekommen. „Wir waren schon ziemlich aufgeregt, als wir den Container geöffnet haben“, sagte Jörn Carsten Pfeiffer. Zumal ein Mitarbeiter des Kaffee-Lageristen Vollers aus Bremen, bei denen auch der Pfeiffersche Kaffee eingelagert wird, ihnen direkt noch die eine oder andere eher unschöne Anekdote aus seinem Arbeitsalltag erzählt hatte. „Er hat ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert. Einmal sei wohl ein Container angekommen, der vom Gewicht und der Beladung her völlig unauffällig war“, erzählte der Hückeswagener. Beim Öffnen der Säcke sei dann jedoch nur Sand darin gewesen. „Das hat er uns erzählt, kurz bevor wir das Siegel an unserem Container aufgebrochen hatten“, sagte Jörn Carsten Pfeiffer.

Die Hückeswagener waren indes schnell beruhigt. „Als wir den Container öffneten, kam uns direkt der typische Kaffeegeruch entgegen. Und als wir den ersten Sack öffneten, sahen wir die Kaffeekirschen“, meinte Jörn Carsten Pfeiffer. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, wurden die 60-Kilo-Säcke auf Paletten verladen und bei der Firma Vollers eingelagert. „Wir wollen natürlich den Kaffee schnellstmöglich verkaufen, aber theoretisch kann er auch ein paar Jahre ohne Qualitätsverlust lagern“, sagte Jörn Carsten Pfeiffer. Von den sieben Tonnen wolle man bei „Mehrwert Kaffee“ zwei Tonnen selbst rösten. „Wir arbeiten ja mit dem Deutschen Meister im Kaffeerösten von 2016/2017, Benjamin Pozsgai aus Köln, zusammen“, sagte Jörn Carsten Pfeiffer. Der Kaffee werde dann sowohl im Online-Shop als auch in Geschäften in der Region verkauft.

Für die restlichen rund fünf Tonnen sei man nun auf der Suche nach Spezialitätenröstern als Abnehmer. „Kenianischer Kaffee ist im Vergleich zum brasilianischen ja durchaus eine Spezialität. Außerdem müssen die Röstmeister ja auch dem Nachhaltigkeitsgedanken zugeneigt sein“, sagte Jörn Carsten Pfeiffer. Man habe im Vorfeld der Verschiffung bereits eine Proberöstung mit mehreren Interessierten in Köln gemacht, dabei habe der eine oder andere auch Interesse gezeigt. „Aber jetzt müssen wir uns da natürlich wieder ins Gedächtnis bringen“, sagte Jörn Carsten Pfeiffer. Insgesamt sei man nach gerade einem Jahr des Bestehens überaus zufrieden mit dem Erreichten. „Andererseits sieht man natürlich auch, was alles machbar ist – und wir würden natürlich gerne so schnell wie möglich die nächste Lieferung bestellen, um den Farmern vor Ort möglichst viel zu unterstützten“, sagte Jörn Carsten Pfeiffer.

Mehr Infos unter
www.mehrwert-kaffee.de

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