Hückeswagen: Hückeswagener sponsern das Kinderdorf

Hückeswagen : Hückeswagener sponsern das Kinderdorf

Die Stadtjugendpflegerin lud die größten Spender der zweiwöchigen Ferienaktion zum Gespräch ein.

Zwei Wochen in den Sommerferien leben und arbeiten sechs bis zwölf Jahre alte Kinder in ihrer eigenen Welt. Sie erhalten Lohn, buchen Urlaub oder zahlen Steuern. Vom 23. Juli bis zum 3. August ziehen 190 Kinder in das Kinderdorf im und am Jugendzentrum ein, das zum fünften Mal veranstaltet wird. Am Montagabend trafen sich einige der Sponsoren mit Stadtjugendpflegerin Andrea Poranzke, die die Aktion organisiert, und Bürgermeister Dietmar Persian. Dabei berichtete Poranzke den Unterstützern, was die Kinder für das gespendete Geld bekommen werden.

Insgesamt hat sie 50.000 Euro für das Kinderdorf veranschlagt, dank der Sponsoren sind bereits 47.000 Euro zusammengekommen. "Auch wenn heute nur die größten Sponsoren eingeladen wurden, sind wir natürlich auch für die vielen kleinen Spenden von Privatleuten sehr dankbar", betonte die Stadtjugendpflegerin. Für die Zukunft wünscht sie sich eine feste finanzielle Basis. "So 20.000 Euro wären gut", sagte sie. Auch wenn noch 3000 Euro fehlten, fände das Kinderdorf auf jeden Fall statt.

Bei den Sponsoren stößt sie damit auf offene Ohren. So baten zum Beispiel Angelika Maare und Kirsten Buchner, die mit einem Stand auf dem "Hüttenzauber" vertreten waren, schon für den Weihnachtsmarkt im Dezember um Flyer für das Kinderdorf im kommenden Jahr. Auch die Firma Pflitsch, vertreten durch Sabine Gamaggio, unterstützt das Kinderdorf zum wiederholten Male, in diesem Jahr erneut mit 5000 Euro. Zusätzlich besuchen die Kinder einen Tag lang das Unternehmen. Die Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen, vertreten durch Dietmar Gasde, steuert 4000 Euro bei. Einige ihrer Azubis helfen in der Bank des Kinderdorfs. Harry Heimchen, der in Vertretung für seinen Sohn Stefan von Kfz-Heimchen, Friedrichstraße, kam, sagte es so: "Anstatt Geld für Werbung auszugeben, die nichts bringt, lieber Vereinen vor Ort spenden. Da kommt das Geld auch an."

Das Kinderdorf erwartet 190 Kinder - 30 sind aus Flüchtlingsfamilien, sechs haben ein Handicap. Dem gegenüber stehen 90 Betreuer, die bei Bedarf in den 25 Werkstätten helfen. An den einzelnen Arbeitsorten wird geschreinert und gegärtnert, aber auch getanzt und inszeniert.

Für eine halbe Stunde Arbeit gibt es drei JuZe-Taler, abzüglich einen als Steuer. Die Sponsoren lachten: "Wow, 30 Prozent", sagte einer. "Ich glaube, ich zahle mehr Steuern", meinte Poranzke mit einem Schmunzeln. Mit den Steuern werden jedoch Einrichtungen wie die Post und das Einwohnermeldeamt finanziert. Die Kinder, die Bürgermeister und Stadtrat wählen, entscheiden somit, was mit den Steuern geschieht. Poranzke: "Im vorigen Jahr war die erste Maßnahme der Kinder ein Sicherheitsdienst".

(cha)
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