Hückeswagener SPD kritisiert eingeschränkte Rentenberatung

Sozialausschuss in Hückeswagen : SPD kritisiert eingeschränkte Rentenberatung

Als „verwunderlich und falsch“ bezeichnet die Hückeswagener SPD die Entscheidung der Stadt, die Rentenberatung zeitlich einzuschränken.

Die Stadt Hückeswagen hat ihre Rentenberatung zeitlich eingeschränkt. Das wurde jetzt im Sozialausschuss bekannt, in dem Regine Gembler (SPD) das Thema aufs Tapet brachte. Sie wertete die Entscheidung der Stadtverwaltung als „verwunderlich und falsch“. Angesichts der demografischen Entwicklung und vor dem Hintergrund zahlreicher Änderungen in der Rentengesetzgebung in den zurückliegenden Jahren sei eher von einem noch höheren Beratungsbedarf als bisher auszugehen.

Die individuelle Rentenberatung sei keine Pflichtaufgabe der Kommunen, stellte Bürgermeister Dietmar Persian dazu klar. Die Stadt habe lediglich die Pflicht zur Rentenauskunft, die weniger umfassend und zeitaufwändig sei als die Rentenberatung. Auf diesen Standpunkt wolle sich die Verwaltung aber nicht zurückziehen, es gehe auch nicht um Einsparungen durch eingeschränkte Beratungszeiten. Ausschließlich „persönliche Gründe“, die Persian in öffentlicher Sitzung nicht näher erläutern wollte, seien ausschlaggebend für die Kürzung gewesen.

„Wir können keine Rentenberater mit den entsprechenden Kompetenzen aus dem Hut zaubern“, ergänzte der zuständige Fachbereichsleiter Alexander Stehl. Innerhalb der Verwaltung werde aber durchaus darüber nachgedacht, wie das Angebot wieder optimiert werden könnte. Bis dahin wird wohl nach Gummersbach fahren müssen, wer eine qualifizierte und individuelle Rentenberatung haben will. Dort ist das Service-Zentrum der Deutschen Rentenversicherung Rheinland ansässig. Auch der Sozialverband VdK berät in seiner Geschäftsstelle in Gummersbach in Rentenfragen.

Aus Sicht der SPD bleibt die Situation unbefriedigend: Gerade für ältere und möglicherweise in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen sei der Weg nach Gummersbach zu weit und zu umständlich, kritisierte Regine Gembler. Die Stadt müsse ihr Angebot in diesem Bereich verbessern. Den Hinweis des Bürgermeisters, dass die Rentenberatung in einigen Nachbarstädten noch weniger umfassend sei als in Hückeswagen, ließ die Kommunalpolitikerin nicht gelten. Ihr Kommentar dazu: „Schlechter geht natürlich immer!“

(bn)
Mehr von RP ONLINE