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Hückeswagener retten Lebensmittel

Foodsaver in Hückeswagen : Von den Lebensmitteln profitieren viele

In Hückeswagen gibt es drei Fair-Teiler-Punkte, wo nicht mehr benötigte Lebensmittel abgegeben werden können.

Die Lebensmittelrettung in der Schloss-Stadt hört nicht bei der Abholung bei den Betrieben durch die Foodsaver auf – mindestens genauso wichtig ist es, dass die Lebensmittel zu Abnehmern kommen und dort Verwendung finden. Fair-Teilung nennen die Foodsaver das.

„Dafür haben wir drei Fair-Teiler-Punkte eingerichtet. Über die WhatsApp-Gruppe geht  die Meldung raus, wo etwas abgeholt werden kann“, sagt Food-Saverin Melanie Kirschsieper, an deren Garage sich einer der Fair-Teiler-Punkte befindet. Regelmäßig kommen die Mitglieder der WhatsApp-Gruppe zu ihr, um sich dort mit Brot, Obst, Gemüse und anderen geretteten Lebensmitteln einzudecken.

Günter Laser ist einer von ihnen. Der 66-Jährige verbindet seine Abholungen  mit einem Spaziergang. „Ich komme immer zu Fuß und nehme mir  so viel mit, wie ich brauchen kann“, sagt er. „Jeder sollte  profitieren können, deshalb nehme ich nicht zu viel.“ Der 66-jährige Rentner rettet seit mehr als einem Jahr Lebensmittel. „Ich finde, dass das eine großartige Sache ist. Ich habe selbst fünf Jahre auf der Straße gelebt, daher weiß ich es sehr zu schätzen,  umsonst an Lebensmittel zu kommen.“ Auch das Engagement der Foodsaver weiß er zu schätzen: „Als ich mal krank war, haben mir die ehrenamtlichen Mitarbeiter Lebensmittel vorbeigebracht, dafür war ich sehr dankbar“, sagt er. Vom reichhaltigen Angebot bei der Fair-Teilung sucht Laser sich vor allem Obst aus: „Es sind viele Erdbeeren da, da nehme ich mir welche mit. Dazu ein paar Äpfel – und noch etwas Schokolade. Ja, heute ist mir nach was Süßem“, sagt der 66-Jährige und schmunzelt.

  • Mönchengladbach : Lebensmittel fair teilen
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  • Bedburg-Hau : Fair-teiler dankt den Ehrenamtlichen

Für Constanze Werth ist es  hingegen die erste Lebensmittelrettung. Die dreifache Mutter hat  vor etwa einem Jahr von den Foodsavern gehört, ist aber bislang noch nicht dazu gekommen, selbst aktiv zu werden. „Aber ich finde das Projekt  super. Wenn ich sehe, wie viele Lebensmittel da in der Garage stehen, wird mir ganz anders, wenn ich mir überlege, wie viel in den Geschäften weggeworfen wird,“ sagt Werth. Auch sie will Erdbeeren retten. Die sind  zwar nicht mehr so ganz frisch und halten auch nicht mehr sehr lange, aber das ist Werth völlig egal. „Ich mache  Marmelade – ich esse ja nur selbstgemachte“, sagt sie und lacht. Werth hat genau wie Laser nur lobende Worte für die Retter: „Es ist toll, wie viel Zeit sie ehrenamtlich investieren“, sagt sie anerkennend.