Hückeswagener Realschule schneidet bestens ab

Bezirksregierung: Realschule schneidet hervorragend ab

Die Bezirksregierung Köln unterzieht alle Schulen regelmäßig einer Qualitätsanalyse. Ende November war auch die Städtische Realschule an der Reihe. Jede Menge Vorarbeit haben sich aber gelohnt. Die Schule bekam beste Noten.

Das war eine XXL-Prüfung, der sich die Städtische Realschule Ende November unterziehen musste. Was sich schlicht „Qualitätsanalyse“ nennt, ist die knallharte Überprüfung fast aller Arbeitsbereiche – Fazit: Die Realschule schnitt bestens ab, wurde zu 80 Prozent in ihrer Arbeit gelobt, bei 20 Prozent gibt es Spielraum nach oben, um sich zu verbessern.

Die Bezirksregierung Köln unterzieht alle Schulen dieser Kontrolle – und nach sieben Jahren war auch die Realschule mal wieder an der Reihe. Das vom Land eingesetzte Kontrollszenario bedeutet für die Schulen jede Menge zusätzliche Arbeit und das über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr. „Ein Jahr vor der Analyse bekommen wir Bescheid, dass wir geprüft werden“, erklärt Leiterin Christiane Klur. Das war im Sommer 2017. Im September 2017 kam es zum Abstimmungsgespräch, nach dem die Schule ein Jahr Zeit hat, sich auf den Weg zu machen, um die hohen Anforderungen der Bezirksregierung zu erfüllen. Schließlich kam es Ende November 2018 zu der viertägigen Kontrolle durch zwei Prüfer.

„Die gehen durch den Unterricht und absolvieren 20-minütige Hospitationen“, erläutert Christiane Klur. Hinzu kommen Interviews mit Schülern, Lehrern, Eltern, der Schulleitung sowie Hausmeister und Sekretariat. Ziel der Qualitätsanalyse ist es zu schauen, wo eine Schule gut ist, wo Defizite vorhanden sind und wo Verbesserungen möglich sind. Die Bezirksregierung schaut genau hin. „Die gucken verstärkt auf den Unterricht“, sagt Christiane Klur. Deshalb holte sich die Realschule qualitativ hochwertigen Rat bei der Erich-Kästner-Förderschule, denn dort sitzen die Leiterin und ein Kollege in einem „Kompetenzteam Fortbildung“ des Landes und kennen sich bestens mit Unterrichtsentwicklung aus – ganz unabhängig von der Qualitätsanalyse.

Zur Vorbereitung auf die Kontrolle gab es einen ganztägigen Workshop zur Unterrichtsentwicklung. „Dann haben sich die Kollegen gegenseitig im Unterricht besucht“, sagt Christiane Klur. In einem dritten Schritt besuchte sie dann ihre Kollegen im Unterricht, um zu schauen, wie sie die Stunden gestalten. Ein aufwendiges Programm, das sich aber gelohnt hat, denn wenn Christiane Klur heute auf die Ergebnisse schaut, stellt sie fest, dass die Realschule ganz viel richtig macht.

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Farblich unterlegt unterscheiden die Prüfer vier Kategorien: vorbildlich, gut, mehr schwach als stark und verbesserungswürdig. „Wir haben überwiegend gut abgeschnitten, und sind in keinem Bereich verbesserungswürdig“, sagt die Schulleiterin. Bei der letzten Qualitätsanalyse 2011 sei das noch ganz anders gewesen. „Im Vergleich haben wir uns deutlichst verbessert“, sagt Christiane Klur. Vor allem beim sozialen Klima schnitt die Schule mit Bestnoten ab. „Da gelten wir als vorbildlich, die Prüfer waren tief beeindruckt, wie freundlich und zuvorkommend unsere Schüler sind“, berichtet die Leiterin. Auch Unterrichtsentwicklung und Führungsverantwortung wurden von den Kontrolleuren positiv bewertet.

Verbessern kann sich die Realschule noch beim systematischen Arbeiten – das heißt: zielgerichtet arbeiten und Unterrichtsentwickung praktisch auch auf andere Projekte übertragen. „Auch die Arbeit im Plenum beim Frontalunterricht können wir verbessern, indem wir die Schüler verstärkt anregen zu mehr Interaktion“, sagt die Leiterin. Generell könnte die Realschule die Schüler mehr einbinden, empfahlen die Prüfer, zum Beispiel auch dadurch, die Schülervertretung stärker in Gestaltungsprozesse einzubeziehen.

Unterm Strich ein richtig gutes Ergebnis für die Realschule, zumal es den Prüfern dieses Mal wichtiger war, Kritik an der Sache zu üben und nicht wie 2011 Kritik an der Person, was bei vielen Lehrern damals sehr negativ ankam. „Die Prüfer sind in den Austausch mit den Kollegen gegangen“, berichtet Christiane Klur. Das sei deutlich konstruktiver abgelaufen als vor sieben Jahren. „Durch die schlechten Erfahrungen waren wir gebrannte Kinder, und so schwankte die Stimmung der Kollegen im Vorfeld zwischen Angst und Sorge“, sagte die Schulleiterin.

So eine Analyse sei eine enorme Belastung und schwebe wie ein Damoklesschwert über der Schule. „Die vier Tage waren heftig, jetzt aber sind wir alle sehr zufrieden, und die Ergebnisse erfüllen uns auch mit einem gewissen Stolz“, berichtet sie.

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