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Hückeswagener Realschule punktet durch ihren guten Ruf

Tag der offenen Tür für Viertklässler : Realschule punktet durch ihren guten Ruf

Am Samstag stellte sich die Realschule allen interessierten Viertklässlern und deren Eltern bei einem Tag der offenen Tür vor. Auffällig viele Familien kamen dabei aus den Nachbarstädten Radevormwald und Wermelskirchen.

Zielstrebig baute Moritz (9) im Physikraum einen Stromkreis zusammen und brachte so mittels Blockbatterie die kleine Glühbirne zum Leuchten. Am Tag der offenen Tür der Realschule hatten die jetzigen Viertklässler nicht nur die Gelegenheit, sich die Räume anzusehen, sondern erhielten auch einen Einblick in die Unterrichtsfächer. Experimente mit Magnetismus waren ebenso dabei wie ungefährliche Chemie in Form von Farbverläufen und Versuchen zur Oberflächenspannung. „Die Schüler sind sehr erstaunt, dass 50 bis 60 Tropfen Wasser auf ein Fünf-Cent-Stück passen ohne herunterzulaufen“, sagte Lehrerin Kerstin Fröhlich-Rehe. Begeisterte Ausrufe gab es bei der Besichtigung der Sporthalle. „Boah, ist die groß! Sogar mit Kletterwand. Ist ja irre“, rief der neunjährige Markus.

Zunächst wurden die Besucher jedoch in der Aula von Schulleiterin Christiane Klur und Konrektor Thorsten Schmalt begrüßt. Während die Zehntklässler die Schüler in Gruppen durch die Schule führten, erhielten die Eltern Informationen zur Schulform, den Unterrichtsfächern und den Abschlüssen. Besonders auffällig war die große Zahl der Interessenten aus Wermelskirchen und Radevormwald. Dort gibt es die integrierte Sekundarschule – eine Schulform, der offensichtlich nicht alle Eltern ihr Vertrauen schenken. Für die Realschule, die in der Region einen sehr guten Ruf hat, eine Chance auf viele neue Anmeldungen.

„Unser Ziel ist eine durchgängige Dreizügigkeit“, betonte Christiane Klur. Von Gebäude und Personal her sei die Hückeswagener Realschule auf die Drei- bis Vierzügigkeit ausgerichtet. „Bei nur zwei Eingangsklassen kommen wir an die Grenzen der Gestaltungsmöglichkeiten“, erklärte die Schulleiterin. Je mehr Schüler die Schule besuchen, desto mehr Angebote wie Wahlfächer, könnten umgesetzt werden. Grund genug, beim Tag der offenen Tür die Werbetrommel zu rühren. Alessio aus Wermelskirchen nutzte die Möglichkeit, sich die Realschule ausgiebig anzusehen. „Wir waren schon in den Gesamt­schulen in Remscheid und Burscheid“, sagte seine Mutter. „Die Sekundarschule ist vom Gefühl her nicht die richtige Schule für meinen Sohn“, fügte die Wermelskirchenerin hinzu. Die Empfehlung der Grundschullehrer liegt den meisten Eltern noch nicht vor. Daher ist die Entscheidung für viele offen. Der zehnjährige Max aus Hückeswagen gab sich skeptisch. „Die Realschule ist nicht so schlecht, aber das Gymnasium in Wipperfürth ist auch gut“, sagte er. Seiner Mutter ist es wichtig, dass sich ihr Sohn wohlfühlt und natürlich habe auch er ein Mitspracherecht. „Wenn Max unbedingt aufs Gymnasium will, dann werden wir ihn dabei unterstützen“, sagte Mutter Nadine Osenberg.

Barbara Rothermel ist ebenso offen: „Moritz hat zwar die Gymnasialempfehlung, man muss sich aber trotzdem alle Optionen gründlich anschauen“, sagte sie. Die Leiter der Realschule baten die Eltern, die Empfehlungen der Grundschule zur Schulform zu beherzigen. „Es gibt Fälle, wo wir sagen, das tut der Kinderseele weh“, berichtete Klur von tränenreichen Einzelfällen und überforderten Kindern.

Ein wichtiges Thema für die Eltern und Schüler aus den Nachbarstädten war die Busverbindung. Schulbusse fahren bisher nur bis Rädereichen und Richtung Wermelskichen bis Habenichts. „Wir arbeiten daran, dass die Strecke Richtung Dhünn erweitert wird“, kündigte Thorsten Schmalt an. Bürgermeister Dietmar Persian bestätigte das. „Die Stadt prüft das, und es sieht gar nicht schlecht aus“, sagte er. Ein Hoffnungsschimmer für die Interessenten aus der Nachbarstadt.