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Hückeswagener Realschüler im Innenhof verabschiedet

Hückeswagener Schulen feiern kreativen Abschied : Realschüler auf Innenhof verabschiedet

Herzliche Worte statt Umarmungen – die Realschule nimmt am Freitag im Innenhof mit zwei getrennten Feiern Abschied von 60 Schülern. Erzielt wurden herausragende Leistungen, trotz der schwierigen Lernsituation der letzten Wochen.

Ihre Pläne für die Abschiedsfeier im Forum mit großem Programm und Buffet mussten die 60 Abschlussschüler der Realschule aufgrund der Corona-Pandemie komplett über den Haufen werfen. Die Lehrer ließen ihre Schützlinge dennoch nicht sang- und klanglos ziehen, sondern verabschiedeten sie am Freitag bei strahlendem Sonnenschein auf dem großen Innenhof der Schule. Gefeiert wurde klassenweise getrennt: eine Klasse traf sich am Vormittag, die Parallelklasse am frühen Nachmittag auf dem Schulhof.

Erst zwei Wochen vorher kam die Genehmigung, dass pro Schüler zwei Begleitpersonen an den Feierlichkeiten teilnehmen dürfen. „Wir sind sehr froh, dass die Feier überhaupt in diesem Rahmen stattfinden kann“, sagte der kommissarische Schulleiter Thorsten Schmalt. Er lobte besonders die Leistungen der Abschlussschüler, die trotz der schwierigen Lernsituation hervorragende Abschlüsse erzielt haben und ihre Noten teilweise sogar noch verbessern konnten. Der Jahrgang sei auf keinen Fall eine „Corona-Generation“ – ganz im Gegenteil. „Ihr wart seit dem 23. April jeden Tag in der Schule und durftet wie keine Klasse zuvor je zehn Stunden pro Woche Unterricht in den Hauptfächern genießen“, betonte Schmalt. Die Schüler seien trotz der schwierigen Situation am Ball geblieben und hätten sich extrem belastbar gezeigt.

Mal mehr mal weniger emotional waren die Reden der Klassenlehrer, die ihren Schülern viele gute Wünsche für die Zukunft mit auf den Weg gaben. Lehrerin Manuela Horst lobte besonders die große Verlässlichkeit ihrer Schüler und dankte auch den Eltern für ihre Unterstützung. „Bewahrt euch die Achtung vor euren Mitmenschen und habt Mut, Ziele zu überdenken und zu korrigieren, wenn sie sich als falsch herausstellen“, gab sie den Schülern der Klasse 10a mit auf den Weg. Thomas Wientzek, Klassenlehrer der 10b, ließ in seiner Rede einige Anekdoten aus den vergangenen Jahren mit einfließen, über die man erst im Nachhinein schmunzeln kann. „Es waren am Anfang schlimme Bengel“, verriet er und lachte. In Erinnerung gerufen wurde die gemeinsame Abschlussfahrt beider Klassen nach Berlin im September. „Vier Schüler hatten verschlafen und nahmen an der Besichtigung des Reichstags ungewaschen und ungekämmt in Jogginghose teil“, nannte Thomas Wientzek ein Beispiel für solche Momente. Besonders geehrt wurden die Klassenbesten Kristina Blazevic, Leon Teiwald und Mia Marie Wienert (alle 10b), die eine Gesamtnote von 1,42 erreichten. Getoppt wurde das noch von Imke Czersinsky aus der Klasse 10a, mit einem Traum-Durchschnitt von 1,15.

Einzeln betraten die Schülerinnen und Schüler die Bühne im Innenhof, wo sie sich ihre Zeugnisse und Geschenke abholen durften. „Es fällt mir heute sehr schwer, meine Lieben nicht zu drücken. Wir werden das irgendwann nachholen“, versprach Manuela Horst. Nach der Zeugnisausgabe mussten die Schüler auf einen Umtrunk und Snacks verzichten. „Wir hatten schon angefangen, für eine große Abschlussfeier Geld zu sammeln. Nun sind wir froh, dass überhaupt etwas stattfindet“, sagten die Schulabsolventinnen Lara Wagenrad und Tabea Weischet nach der Feier. Auch Imke Czersinsky, die nun zum Gymnasium wechseln wird, konnte die entgangene Feier im Forum verschmerzen. „Mir steht ja voraussichtlich noch ein Abiball bevor, für die anderen tut es mir leid, dass sie diese Möglichkeit nicht haben“, zeigte sie sich mitfühlend.

Unvergessen machte sich der Jahrgang zusätzlich mit seinem Abschiedsgeschenk in Form eines überdimensionalen Corona-Virus samt der Namen aller Abschlussschüler.